Spezialsprechstunden

Frühgeborenen-Nachsorge

Sie haben Ihr Kind viel früher als erwartet zur Welt gebracht. In der Kinder- und Jugendklinik haben Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten Ihrem Kind zu einem möglichst guten Start ins Leben verholfen.

Wir wissen, dass auch bei optimaler Betreuung für frühgeborene Kinder ein Risiko für spätere Entwicklungsauffälligkeiten besteht. Dieses wollen wir gemeinsam mit Ihrem Kinderarzt frühzeitig erkennen. Deshalb bieten wir Ihnen als Eltern eines frühgeborenen Kindes Nachsorge-Termine im SPZ Westmünsterland an.

In diesen Untersuchungen wird insbesondere die motorische Entwicklung sowie die Sprach- und Spielentwicklung beachtet. Zu bestimmten Zeitpunkten (z. B. mit 24 Monaten) führen wir auch umfangreiche Entwicklungstests durch, bei denen in spielerischer Form Gedächtnis, Wahrnehmung, Denkprozesse, Sprache etc. untersucht werden.

Im Anschluss an alle Untersuchungen besprechen wir den Entwicklungsstand Ihres Kindes genau mit Ihnen und empfehlen evtl. eine spezielle Förderung.

Jutta Heemann, Diplom-Heilpädagogin, prüft spielerisch den Entwicklungsstand eines Jungen, der zu früh geboren wurde.

Regulationssprechstunde für Säuglinge

Ein Baby stellt das Leben seiner Eltern ziemlich auf den Kopf: Bestimmt erleben Sie gemeinsam viele glückliche Momente – manchmal aber sind Sie sicherlich auch unsicher oder Ihr Baby verhält sich sehr anstrengend. Besonders belastend kann es sein, wenn Ihr Kind

  • viel schreit,
  • sich schwer beruhigen lässt,
  • schlecht isst,
  • Probleme beim Ein- und Durchschlafen hat.

Ihr Weg in die Schrei-Sprechstunde

Wenn Sie sich Unterstützung wünschen, sprechen Sie bitte zunächst Ihren Kinderarzt an, ggf. kann eine Überweisung in unsere Regulationssprechstunde sinnvoll sein.

Gemeinsam mit Ihnen suchen wir nach Lösungen, damit ihr Kind ein entspannteres Verhalten zeigt und Ihnen der Umgang mit Ihrem Baby leichter fällt.

Nutzen Sie auch unseren Flyer zur Regulationssprechstunde.

Bei uns erhalten Sie

  • ein ausführliches Gespräch
  • konkrete Informationen zum Entwicklungsstand Ihres Kindes
  • eine entwicklungspsychologische Beratung
  • eine ärztliche Untersuchung

Praktische Hilfe für Ihren Alltag

  • Gemeinsam suchen wir nach neuen Möglichkeiten, wie Sie mit Ihrem Kind umgehen können.
  • Wir stärken Sie in Ihrem Vertrauen auf Ihre Fähigkeiten.
  • Wir vermitteln Ihnen praktische Hilfe für Ihren Alltag.
  • Wir nennen Ihnen unterstützende Angebote, falls erforderlich.



ADHS-Sprechstunde


Viele Eltern machen sich Sorgen um ihr Kind, weil es vielleicht unaufmerksam ist, sich nicht ausreichend konzentrieren kann oder seine (schulischen) Leistungen nicht seinen eigentlichen Fähigkeiten entsprechen.

Vielleicht ist es auch sehr unruhig und zappelig, oder aber es trödelt vor sich hin und verliert sich in Tagträumen.

Häufig haben Eltern dann den Verdacht, ihr Kind leide unter einem hyperkinetischen Syndrom, es habe ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) oder einfach ADHS. Es gibt viele verschiedene Namen für dasselbe Symptom: Schwierigkeiten, die eigene Aufmerksamkeit zu steuern.

Nicht immer ist es gleich AD(H)S

Leider werden diese Begriffe oft sehr vorschnell geäußert oder laienhaft verwendet, ohne eine medizinisch-/psychologische Abklärung abzuwarten. So wird beispielsweise häufig vergessen, dass es viele Gründe geben kann, warum ein Kind sich schlecht konzentrieren kann oder andere Symptome zeigt, die denen eines AD(H)S sehr ähnlich sind.

Es können etwa Belastungen oder Überforderungen des Kindes vorliegen, die der Grund dafür sein können, dass es mit seinen Gedanken abschweift und unkonzentriert ist.
Zudem ist nicht jedes „lebhafte“ Kind gleich hyperaktiv und nicht jedes „Träumerchen“ hat eine Aufmerksamkeitsstörung. Hier handelt es sich um Verhaltensweisen, in denen Menschen sich stark unterscheiden können und die von der jeweiligen Tagesform, der Persönlichkeit und vielen anderen Faktoren abhängen können.

Diagnose ist schwierig und dauert

Dennoch ist es sinnvoll zu überprüfen, ob die Schwierigkeiten, die bei diesen beschriebenen Kindern beobachtet werden, Ausdruck einer Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sind.
Somit wenden sich viele Eltern an das SPZ Westmünsterland, um mehr Klarheit zu bekommen. Es gibt jedoch kein eindeutiges Testverfahren zur Messung der Aufmerksamkeit, das uns schnell eine hundertprozentige Diagnose liefern könnte. Vielmehr sind Informationen aus verschiedenen Bereichen nötig, um eine möglichst genaue Diagnose stellen zu können. Wie bei einem Mosaik müssen die verschiedenen Bausteine zu einem Bild zusammengefügt werden. Dies ist für alle Beteiligten aufwendig und mühevoll, jedoch für eine ausführliche Diagnostik unausweichlich.

AD(H)S-Untersuchung am SPZ
  • Ausführliche Familienanamnese und medizinische Untersuchung
  • Fragebögen zu spezifischen Symptomen
  • Entwicklungsüberprüfung mithilfe eines standardisierten Verfahrens
  • Überprüfung der Konzentration und Merkleistung
  • Emotionale Diagnostik
  • Ergänzende Untersuchungen, z. B. bzgl. Teilleistungsstörungen
AD(H)S – und was dann?

Um dem Kind erfolgreich zu helfen, sind in der Regel mehrere Maßnahmen nötig, die am besten dort ansetzen sollen, wo die Probleme auftreten: beim Kind selbst, in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule – z. B.:

  • psychotherapeutische Unterstützung des Kindes
  • medikamentöse Behandlung
  • intensive Elternberatung zum Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen

Was bieten wir an?

  • ausführliche Beratung zum Verständnis des Störungsbildes
  • Empfehlungen zu weiteren Informationsquellen zwecks Vertiefung
  • einzeltherapeutische systemische Beratungen mit Kind und Eltern zur Verbesserung der Arbeitsorganisation, Handlungsplanung und Lernstrategien
  • ausführliche ärztliche Beratung zu einer medikamentösen Behandlung (Notwendigkeit, Wirkweise, mögliche Nebenwirkungen etc.)
  • Eindosierung bei medikamentöser Behandlung
  • weitere regelmäßige Verlaufsbegleitung und Therapieanpassungen, inkl. körperlicher Untersuchungen
Systemische Beratung / Psychoedukation

Bei Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeits- und Merkstörungen sowie Lernproblemen zeigt die systemische Beratung gute Ergebnisse.

  • Zunächst informieren wir uns über die familiäre und schulische Situation.
  • Es folgt eine niederschwellige Beratung von Eltern und Kindern/Jugendlichen – gemeinsam sowie im Einzelkontakt.
  • Hier wird Wissen zu den jeweiligen Schwierigkeiten vermittelt (Psychoedukation). Anschließend werden schrittweise Arbeits- und Lernstrategien sowie konfliktreduzierende Kommunikations- und Handlungsmuster vermittelt.
  • Diese können im Alltag geübt werden.
  • Stärken im Lernverhalten werden aufgebaut und ein unterstützendes Erziehungsverhalten wird gestärkt.
  • Ziel ist eine zufriedenstellende Beziehung zwischen Eltern und Kindern/Jugendlichen.

Ausscheidungssprechstunde

Darf mein Kind noch eine Windel tragen? Warum macht es denn noch ins Bett? Und müsste es nicht schon merken, wenn es A-a muss?

Wenn Ihr Kind noch nicht macht, was andere Kinder in seinem Alter längst können, verunsichert Sie das sicherlich. Deswegen unser erster Rat: keine Panik! Seine Blase und seinen Darm zu kontrollieren, ist ein Entwicklungs-Prozess. Wie alle anderen Fähigkeiten lernen manche Kinder es früher, andere später.

Dennoch: Wenn Sie sich Sorgen machen, sprechen Sie darüber - zunächst mit Ihrem Kinderarzt. Überweist er Sie an das SPZ, unterstützen wir Sie und Ihr Kind, in einem geschützten Rahmen „trocken“ zu werden.

Wann sollten Sie sich Hilfe holen?

Lange Zeit interessiert es Ihr Kind überhaupt nicht, wenn es noch Windeln trägt, seine Freunde aber nicht. Irgendwann aber bekommt es mit, dass bei ihm etwas anders ist.

Hilfe sollten Sie sich holen, bevor

  • die Lebensqualität Ihres Kindes und Ihrer Familien erheblich beeinträchtigt wird
  • Sie oder es in den alltäglichen Aktivitäten eingeschränkt sind
  • soziale Isolation und geringes Selbstwertgefühl bei Ihrem Kind drohen
Das "Zauberklo" finden Kinder lustig und machen gerne mit.
Einnässen, Einkoten – was steckt dahinter?

Im Alter von 7 bis 10 Jahren

  • nässen 7 – 13 % der Kinder im Schlaf ein
  • nässen 2 – 9 % der Kinder tagsüber ein

Nur selten ist Einnässen Symptom einer körperlichen Erkrankung. Fast immer liegt eine funktionelle Störung vor.

Eine funktionelle Störung beim ungewollten Urinverlust ist eine Reifungsstörung. Dahinter steckt eine komplexe Wechselwirkung von körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren.
Unsere Untersuchung ist behutsam und erfolgt nur von außen.

Es gibt verschiedene Formen des Einnässens, für jede Form gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Eine kind- und familiengerechte Behandlung sind für uns selbstverständlich.

Funktionelle Stuhlinkontinenz (Einkoten) kann in Verbindung mit einer Verstopfungsneigung, aber auch unabhängig davon auftreten. Im Schulkind-Alter

  • koten 1 – 3 % der Kinder ein
  • Jungen dreimal häufiger als Mädchen
  • Bei jedem 4. Kind treten Einnässen und Einkoten gleichzeitig auf.
Was passiert in der Sprechstunde?


Zunächst machen Sie einen Termin mit unserem Sekretariat aus für ein Erstgespräch.
Dann erhalten Sie Fragebögen und Protokolle per Post, die Sie ausfüllen und wieder zurücksenden.

Bei diesem Erstgespräch untersuchen wir Ihr Kind, um die Form des Einnässens zu bestimmen und mögliche begleitende Erkrankungen zu erfassen. Neben einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung erfolgen in der Regel eine Ultraschalluntersuchung, eine Urinuntersuchung und eine Urinfluss-Messung – bei Kindern bekannt als „Pipimachen auf dem Zauberklo“.

Danach sprechen wir gemeinsam über die Ursache des Einnässens und über Behandlungsmöglichkeiten. Zu diesen können gehören:

  • urotherapeutische Beratung
  • Physiotherapie
  • Biofeedbacktraining
  • medikamentöse Behandlung
  • Einsatz eines Weckapparates

In der Regel sind dann im Verlauf weitere Termine und ggf. eine weitere Behandlung notwendig, diese sprechen wir mit Ihnen hier vor Ort ab.

Manchmal ist auch eine weitergehende kinderurologische Diagnostik (z. B. Blasenspiegelung oder Urodynamik bei Kindern) notwendig.

Wir bieten im Rahmen der Sprechstunde auch eine Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Spina bifida bzw. anderen angeborenen Handicaps an, die organische Ausscheidungsstörungen haben.

Urotherapeutische Beratung – was ist das?

Kinder und Eltern lernen hier,

  • die Ursache des Einnässens oder Einkotens/Stuhlschmierens zu verstehen
  • Strategien, das Einnässen selbst „in den Griff“ zu bekommen

Ihre Familie wird entlastet und kann mögliche Konflikte abbauen. Wir verwenden einfache Bilder und Modelle, um Ihr Kind aufzuklären und zu beraten.

Diabetessprechstunde für Kinder-und Jugendliche
Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Gut 30.000 Kinder und Jugendliche sind an Diabetes Typ 1 erkrankt. Die Zahl der Neuerkrankungen in Europa nimmt nach verschiedenen Studien deutlich zu.

In der Diabetes-Sprechstunde betreuen wir mehr als 100 Kinder und Jugendliche. Patienten und ihre Familien bieten wir eine umfassende medizinische und psychosoziale Betreuung, sowohl stationär als auch ambulant.

Alle erforderlichen Untersuchungen, Therapien und Schulungen werden durchgeführt.

Diabetologie
  • Regelmäßige Vorstellung nach Terminvereinbarung
  • Einstellung und langfristige Betreuung aller Diabetesformen. Ziel der Behandlung ist, dass chronisch an Diabetes erkrankte Kinder und Jugendliche, neben dem täglichen Handling der Diabetesaufgaben, lernen ihre Krankheit individuell in ihren Alltag zu integrieren. Sie sollen möglichst ohne Benachteiligungen aufwachsen und sich normal entwickeln können.                     
  • Altersangemessene ambulante und stationäre strukturierte Schulungen parallel zu unserer Kinder - und Jugendsprechstunde. Hier werden die Schulungsinhalte praktisch erprobt und alltagsnah ausgetestet.
  • Psychotherapeutische und sozialpädagogische Interventionen
  • Kontakt & Beratung per Telefon, E-Mail, Fax
  • Strukturierte Beratung von Angehörigen
  • Strukturierte Beratung von Mitarbeitern aus Horten, Kindergärten, Schulen
  • Fort- und Weiterbildung für Ärzte, Pflegekräfte und andere Berufsgruppen

Diabetesberatung: 05971 424756 oder kinder-diabetes(at)mathias-spital.de

Wissen über Diabetes kann Ulrike Feld Kindern auch an der frischen Luft vermitteln.

Hilfsmittel-Sprechstunde

In unserer Sprechstunde behandeln wir Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr mit Bewegungsstörungen. Im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung sind wir eingebettet in ein Gesamtkonzept der sozialpädiatrischen Komplexdiagnostik.

Erkrankungen:

  • Zentrale Koordinationsstörung
  • Motorische Entwicklungsstörung
  • Epilepsie (Anfallsleiden)
  • Spastiken (Tetraparese, Diparese, Hemiplegie etc.), Athetose, Ataxie
  • Zustand nach Apoplex
  • Angeborene Fehlbildung (Amelie, Peromelie)
  • Neuromuskuläre Skoliose
  • Myopathie (Muskeldystrophie, -atrophie, Stoffwechselstörung)
  • Spina bifida
  • Syndromerkrankungen
Leistungen

Zur Erhebung des Ganzkörperstatus des Bewegungsapparates gehört die

  • Indikationsstellung für die konservative (Physio-)Therapie, die orthopädisch-technische Versorgung mit Orthesen und Hilfsmitteln, orthopädisch-schuhtechnische Behandlungsverfahren
  • Indikationsstellung und Vernetzung zu Spezialisten im operativen Bereich
  • Beurteilung von Röntgendiagnostik
  • Redressierende Gipsbehandlungen bei Klumpfuß und Spitzfuß
  • Detonisierende intramuskuläre Injektionen (Botulinumtoxin)
  • Hilfsmittelversorgung mit Rollstühlen, Stehständern, Rollator etc.
  • Beratung und Betreuung bei der Hilfsmittelversorgung zusammen mit Orthopädietechnikern