Diagnostik am SPZ

Ärztliche Diagnostik

Die Kinderärzte

  • informieren sich zunächst anhand der vorliegenden Unterlagen, des Elternfragebogens und eines ausführlichen Gesprächs über alle Aspekte der Vorgeschichte
  • beobachten das spontane Spielverhalten, die Bewegung und Sprache der Kinder
  • führen anschließend eine körperliche und neurologische Untersuchung durch.

Es erfolgt dadurch eine Einschätzung, die durch eventuelle apparative oder laborchemische Untersuchungen ergänzt werden muss.

Kinder mit welchen Erkrankungen werden untersucht?

  • Entwicklungsstörungen (geistig, motorisch, sprachlich)
  • Teilleistungsstörungen (Lese-, Rechtschreib-, Rechenstörungen)
  • Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörungen
  • Verhaltensstörungen
  • Emotionale Störungen
  • Cerebralparesen (spastische Bewegungsstörungen)
  • Epilepsien
  • Spina bifida und Hydrocephalus (Wasserkopf)
  • Muskel- und neurodegenerative Erkrankungen
  • Störungen der Sinnesorgane
Unsere Untersuchungszimmer sind kindgerecht gestaltet.

Diagnostik- und Therapiemethoden

  • körperliche Untersuchung
  • entwicklungsneurologische Untersuchung
  • Hilfsmittelversorgung in der orthopädischen Sprechstunde
  • Hilfsmittelkontrollen
  • ggf. Laboruntersuchung
  • medikamentöse Therapieeinstellung und -begleitung bei ADHS

Heilpädagogische Diagnostik

Im SPZ beraten wir Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen. Dabei konzentrieren wir uns auf Kleinkinder, Kindergartenkinder und Vorschulkinder. Spezielle pädagogisch-therapeutische Angebote brauchen oft besonders Kinder,

  • die unter erschwerten Bedingungen aufwachsen
  • durch Entwicklungsbesonderheiten psychisch, sozial, geistig und/oder körperlich beeinträchtigt sind.
Heilpädagogin Michaele Baune bei der Diagnostik.

Ziel und Aufgabe ist es dabei, eine drohende Behinderung oder Entwicklungs-Störungen frühestmöglich zu erkennen, ihre Folgen weitgehend zu vermeiden, auszugleichen oder zu mindern. Unsere Behandlungs- und Förderansätze haben folgende Ziele:

  • Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung,
  • Unterstützung der Eigenständigkeit
  • Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Methoden der Untersuchung und Behandlung/Beratung

Folgende Bestandteile hat unsere Untersuchung:

  • Fragebogen und Gespräch (Anamnese)
  • standardisierte Testverfahren, die sowohl Stärken als auch Schwächen Ihres Kindes erfassen
  • Fragebogen zur Beurteilung seines Verhaltens
  • heilpädagogische Befunderhebung durch Spiel- und Verhaltensbeobachtung
  • Persönlichkeits- und Entfaltungstests (Projektive Verfahren)

Anschließend empfehlen wir Maßnahmen individuell für Ihr Kind. Dabei ist die ganzheitliche Sichtweise ein wesentlicher Bestandteil unserer heilpädagogischen Arbeit. Deswegen beziehen wir in unsere Beratung ein

  • die Familie des Kindes
  • das soziale Umfeld
  • den bisherigen Entwicklungsverlauf
  • die Ressourcen des Kindes und seiner Familie

Psychologische Diagnostik

Ein Ziel der psychologischen Diagnostik und Beratung am SPZ ist die Abklärung des Entwicklungsstandes Ihres Kindes in Bezug auf

  • Intelligenz
  • Aufmerksamkeit
  • Gedächtnisleistungen
  • schulische Fertigkeiten (z. B. Rechenstörung (Dyskalkulie), Lese- Rechtschreib-Schwäche (LRS))
  • visuo-motorische Fertigkeiten (Zusammenspiel von Sehen und Bewegen) / Graphomotorik (Schreibfähigkeit)
Diplom-Psychologin Anne Rickeshenrich bei der psychologischen Diagnostik.

Außerdem untersuchen wir die emotionale Befindlichkeit und das Sozialverhaltens z. B. in Bezug auf:

  • Ängste
  • Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen
  • Anschließend ordnen wir die Verhaltensmuster ein vor dem Hintergrund der Lebenssituation Ihres Kindes.

Methoden der Untersuchung

Welche Untersuchungen wir anwenden, besprechen wir zuvor mit Ihnen. Infrage kommen können z. B.

  • standardisierte Testverfahren, die sowohl die Schwächen als auch individuelle Stärken des Kindes erfassen
  • Fragebögen
  • Spiel- und Verhaltensbeobachtung
  • Familiendiagnostik
  • videogestützte Interaktionsdiagnostik (Untersuchung des Verhaltens gegenüber anderen Personen)
  • persönliche Gespräche im Einzel- und Familiensetting

In Absprache mit Ihnen werden dabei beispielsweise Vorbefunde, Einschätzungen von Erziehern, Lehrern, Ärzten oder Therapeuten berücksichtigt. Selbstverständlich haben wir dabei Schweigepflicht, d. h. Außenstehende erfahren nur das, was Sie erlauben weiterzugeben.

Physiotherapeutische Diagnostik

Die Physiotherapie im SPZ beschäftigt sich mit der Beurteilung, Vorbeugung und Behandlung von motorischen Entwicklungsverzögerungen und Bewegungsstörungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. Dies beinhaltet u.a.

  • die neurokinesiologische Untersuchung nach Vojta
  • Prechtl’s Assesments of General Movements
  • die Durchführung von standardisierten motorischen Testverfahren

Zielsetzung der Physiotherapie ist die Unterstützung des Kindes zur größtmöglichen Selbständigkeit und das Erreichen einer möglichst physiologischen Entwicklung.

Folgende Entwicklungsprobleme stehen im Vordergrund:

  • muskuläre oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • zu schwache Muskelspannung (Muskelhypotonie) mit angeborener oder erworbener Bewegungsstörung
  • Frühgeburtlichkeit
  • Störungen des Haltungs- und Bewegungsapparates wie z. B. Erkrankungen   
    und Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule (z. B. Skoliose), orthopädische
    Erkrankungen der Extremitäten (z. B. Achsenabweichungen, Fußfehlhaltung
    bzw. -stellung, Hüftfehlstellung oder -verrenkung (Hüftdysplasie/-luxation)
  • sensomotorische Entwicklungsverzögerung
  • Bewegungsstörungen als Folge von Schädigungen des Zentralen       
    Nervensystems/Hirnfunktionsstörungen (z. B. Cerebralparese)
  • Zentrale Koordinationsstörungen im Säuglingsalter
  • Periphere Lähmungen der Arme und Beine
  • Probleme der Atmungs-, Schluck- und Kaufunktion

Logopädische Diagnostik

Der Fachbereich Logopädie im SPZ Standort Rheine betreut Kinder vom Säuglings- bis zum Jugendalter, bei denen Schluck-, Sprach-, Sprech- oder Stimmstörungen beobachtet werden.

Dabei arbeiten die LogopädInnen interdisziplinär mit den anderen Berufsgruppen des SPZs zusammen. Die logopädische Betreuung umfasst hier in erster Linie die Eingangs- und Verlaufsuntersuchung sowie eine erste Beratung.

Schwerpunkt der Logopädie im SPZ Standort Rheine ist die Einschätzung, ob eine logopädische Behandlung für Ihr Kind sinnvoll ist. Wir behandeln Kinder also nicht selbst; das übernehmen niedergelassene Logopäden.

Oft sind den Eltern, Erziehern oder Lehrern im Vorfeld bereits Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens, des Gehörs oder des Schluckens aufgefallen. In der logopädischen Diagnostik geht es nun darum einzuschätzen, ob diese Auffälligkeiten im Normbereich liegen oder eine Behandlung benötigen, damit Ihr Kind gut gefördert wird. Wir untersuchen

  • die sprachlichen und sprechmotorischen Fähigkeiten
  • die Hörverarbeitung
  • ggf. die Atem-, Stimm- und Schluckfunktion


Ist die Hörverarbeitung Ihres Kindes auffällig, wird es i.d.R. zur genaueren Überprüfung anschließend an einen Pädaudiologen verwiesen.

Die Ergebnisse dieser Diagnostik bilden zusammen mit den Befunden der anderen Berufsgruppen die Grundlage für das weitere Vorgehen.

Behandlungsfelder

Bei folgenden Störungen kann die logopädische Behandlung im Kindesalter weiterhelfen:

  • (neurogenen) Schluckstörungen bei Säuglingen und Kindern
  • Saug- und Trinkschwächen bei Neugeborenen
  • Lähmungen des Gesichtsnervs, des Gaumensegels und der Zunge (Facialis-, Velum- und Hypoglossus-Paresen)
  • Stimmstörungen
  • Sprachstörungen (Störungen des Wortabrufs, Wortspeicherns etc.)
  • Sprechstörungen (z. B. Störungen der Artikulation, Sprech-Rhythmik etc.)
  • Sprech-Apraxien (Planungsstörung der Sprechbewegungen)
  • anderen Kommunikationsstörungen (z. B. bei Gehörverlust, geistiger Behinderung etc.)


Ziele der logopädischen Behandlung


Ziele der logopädischen Therapie sind der Erhalt, die Verbesserung und der Wiederaufbau

  • einer regelrechten Schluckfunktion, um eine gefahrlose Ernährung zu sichern
  • des verbalen bzw. nonverbalen Kommunikationsvermögens (Sprache)
  • der Verständlichkeit und Deutlichkeit des Sprechens
  • der kräftigen, klaren und stabilen Stimme

Autismus-Diagnostik

Eine Autismus-Spektrum-Störung ist gekennzeichnet durch

  • qualitative Auffälligkeiten in der Kommunikation und Interaktion mit anderen Menschen
  • stereotype Verhaltensweisen  

Dabei gibt es eine große Bandbreite im Verhalten. Besteht der Verdacht auf eine solche Störung, ist daher eine umfassende Untersuchung notwendig:

  • Erstgespräch
  • standardisierte Intelligenzdiagnostik
  • Überprüfung der Sprachentwicklung
  • medizinische Untersuchung  
  • ausführliches Interview mit den engsten Bezugspersonen (ADI-R; Autism Diagnostic Interview- Revised)
  • standardisierte Spiel- und Verhaltensbeobachtung des Kindes (ADOS 2 – Autism Diagnostic Observation Schedule)
  • standardisierte spezifische Fragebögen, um auch aus anderen Lebensbereichen des Kindes (Kindergarten, Schule) Informationen zu erhalten.