Informationen zur Behandlung

Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs

Diagnostik

Um ein möglichst klares Bild vom Tumor zu erhalten, sind nach dem Erstgespräch (Anamnese) weitere Untersuchungen und Tests notwendig. Je genauer wir wissen, mit welcher Art Krebs wir es zu tun haben, desto gezielter können wir die Therapie auf Sie abstimmen. Zur Tumor-Klassifizierung sind Daten wie beispielsweise Faktoren wie Zelltyp, Größe, Stadium, Wachstumsgeschwindigkeit und ggf. Streuung notwendig.

Untersuchungen

Die Untersuchungen können dabei sehr vielfältig sein. Am Anfang des Prozesses steht jedoch die Blutuntersuchung, um den Status der Organfunktionen zu ermitteln. Danach können weitere Schritte wie eine Biopsie (Gewebeprobenentnahme) oder Bronchoskopie (Bronchienspiegelung) bzw. Mediastinoskopie (Spiegelung des Brustkorbes) folgen.

Lungenkrebs ist eine Art Krebs, die auch andere Organe befallen kann, Metastasen bildet. Um ein klares Bild davon zu erhalten, ob oder wie weit sich der Krebs bereits ausgebreitet hat, sind weitere Diagnoseverfahren notwendig, wie Röntgen, Ultraschall, CT/MRT sowie ggf. ein Lungenfunktionstest.

Tumorkonferenz

Unsere Tumorkonferenzen finden in unserem Zentrum wöchentlich statt. Dabei handelt es sich um eine Expertenkommission aller behandelnder Kollegen*innen aus Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie/Hämatoonkologie, Strahlentherapie und Pathologie. In den Gesprächen wird je nach Ergebnissen der Untersuchungen auch weitere Kollegen*innen hinzugezogen, um eine umfassende Einschätzung über die Krebserkrankung und Behandlungsmöglichkeiten zu geben. Ergebnis der Konferenzen ist eine Therapie-Empfehlung, die wir im Anschluss gemeinsam mit Ihnen besprechen und Ihnen jeden Schritt genau erklären.

Therapie

Grundsätzlich stehen drei Therapieformen zur Verfügung, die einzeln, aber auch miteinander kombiniert angewendet werden können:

- Operation
- Chemotherapie
- Bestrahlung

Darüber hinaus gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten wie eine Immuntherapie. Aufgrund dessen, dass eine Krebserkrankung nicht nur komplex, sondern auch individuell ist, kann es auch vorkommen, dass wir die Behandlungs-Empfehlung im Laufe der Therapie nochmals anpassen müssen.

Operation

Eine Operation kommt gerade bei frühen Stadien in Frage und ist der erste Schritt der Therapie und eine Bestrahlung und/oder Chemo folgt. Bei besonders frühen Diagnosen kann es auch vorkommen, dass eine Operation allein ausreicht. Dies unterliegt jedoch einer Einzelfallentscheidung. Wir führen viele Operationen minimal-invasiv durch. Das bedeutet, wir können auf einen großen Schnitt am Brustkorb verzichten und entfernen Gewebe schonend mittels der Schlüssellochtechnik.

Chemotherapie

Die "Chemo" ist die wichtigste und auch geläufigste Therapie bei einer Krebserkrankung. Es handelt sich dabei um eine medikamentöse Behandlung, deren Ziel es ist, den Tumor zu schrumpfen bzw. das Krebszellenwachstum zu hemmen und somit die Verbreitung einzudämmen. Sie wird auch als „systemische“ Therapie bezeichnet, da sich die Medikamente im ganzen Körper verteilen und es zu Nebenwirkungen kommen kann, die man heutzutage jedoch gut behandeln kann.

Bestrahlung

Eine Bestrahlung wirkt, im Gegensatz zur Chemotherapie nur dort, wo sie angewendet wird. Sie kann sowohl vor oder nach einem operativen Eingriff vorgenommen werden und dauert durchschnittlich fünf Wochen. Dauer und Häufigkeit der Bestrahlung hängt aber wie immer von individuellen Faktoren ab.

Palliative Betreuung

In manchen Fällen entscheiden sich Patienten*innen auch dafür, ihre Lebenszeit so gut es geht, auszukosten und zu genießen. Hier stehen unsere Kollegen*innen aus der Palliativmedizin zur Verfügung und unterstützen Sie.

Eine Zweite Meinung

Als erkrankte Person ist allein die Diagnose ein Schock. Sich unter diesen Umständen für oder gegen eine Therapie zu entscheiden, kann unmöglich erscheinen. Wir sind da, um Sie zu unterstützen und bieten Ihnen eine unabhängige Beratung mit allen notwendigen Hilfestellungen an, auch wenn beispielsweise bereits Befunde oder empfohlene Therapiemaßnahmen von anderen Kollegen*innen vorliegen.