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AKTUELL: Leben statt „müssen“: Kontinenz und Ernährung

 

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Klinikum Rheine lädt ein zur Patientenveranstaltung

Rheine. Erst kürzlich ist es Dr. Beate Heitmann und ihrem Team wieder passiert: Eine Frau kam zur Beratung, die Schwierigkeiten hatte, Harn und Stuhl zu halten – seit 25 Jahren! „Wenn wir eine Motivation bräuchten, um immer wieder in der Weltkontinenzwoche einen Patienteninformationstag zu veranstalten, dann wäre es dieser Kontakt gewesen“, so Dr. Heitmann, die Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Klinikum Rheine.

„Leben statt ‚müssen‘ – wie beeinflusst meine Ernährung die Kontinenz?“ ist das Thema des diesjährigen Kontinenztages am Dienstag, 18. Juni, von 13 bis 16 Uhr im Audimax der Akademie für Gesundheitsberufe an der Sprickmannstraße in Rheine.

Die kostenfreie Patientenveranstaltung richtet sich an Menschen jedes Alters und beiderlei Geschlechts, die entweder bereits Schwierigkeiten mit der Kontinenz haben oder dafür sorgen möchten, keine zu bekommen. Die Besucher erwarten drei 15-Minuten-Vorträge und fünf unterschiedliche Informationsstände.

Die Oberärztin für Gastroenterologie Dr. Kornelia Lindner spricht über gesunde Ernährung; dazu hat sie sich aktuell speziell fortbilden lassen. Anschließend referiert die Expertin für Klinische Ernährung Madiha Osman über Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Den dritten Vortrag hält der Oberarzt für Enddarmerkrankungen und deren Operation Georg Reitemeyer zum Reizdarmsyndrom und zu Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulose).

Ein Stand informiert zu Hilfsmitteln bei Inkontinenz wie Pessaren sowie zu operativen Möglichkeiten. Ein zweiter Stand beschäftigt sich mit dem unterstützenden Trinkverhalten: Welche Getränke sind harn- und stuhltreibend? Was verrät mir ein Pipi-Protokoll? An zwei weiteren Ständen können sich Besucher dazu beraten lassen, welche Lebensmittel blähend oder treibend wirken, bzw. wie sich eine allergenarme, gut verträgliche Ernährung gestalten lässt. Und der fünfte Info-Stand bietet Wissenswertes zu Beckenboden-Übungen bei Beweglichkeitseinschränkungen z. B. durch Übergewicht. Hier können auch kleinere Übungen direkt unter Anleitung ausprobiert werden.

Um förderliche (silberne Schale) und hinderliche (schwarze Schale) Lebensmittel bei Inkontinenz sowie eine sinnvolle Ernährung zur Verhinderung von Harn- und Stuhlproblemen geht es am Weltkontinenztag des Klinikums Rheine.

Bei Vollkornkräckern mit Dip, Obstspießen und Gemüsesticks sowie Getränken können sich die interessierten Besucher untereinander ebenso wie mit den Ärzten und Ärztinnen des Kontinenz- und Beckenbodenteams und mit den Therapeutinnen austauschen. Vier-Augen-Gespräche sind ebenfalls möglich.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und erfordert keine Anmeldung.

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Mathias-Spital

Inkontinenz – ein Tabu: Wir helfen!
Frau M. und Herr K. sind leidenschaftliche Tänzer – seit Jahren jedoch verzichten sie auf ihr geliebtes Hobby: Beide sind inkontinent. Plötzlicher Urin-, Stuhl- und Windabgang haben sie schon oft in peinliche Situationen geführt …

Inkontinenz vorbeugen? Mit der Beckenbodenschule am Mathias-Spital!


Kostenlose Telefonberatung am Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Eine Patientin der amerikanischen Gynäkologin Jeanette S. Brown formulierte einmal: „Incontinence doesn’t kill you; it just takes your life away“ („Inkontinenz tötet nicht, aber sie nimmt dir das Leben.“). Die Menschen mit unkontrollierbarem Urin- oder Stuhlabgang gehen nicht mehr gern vor die Tür, ziehen sich aus der Gesellschaft anderer zurück, ihnen ist ihr Leiden derart peinlich, dass sie oft nicht einmal mit dem Arzt darüber sprechen möchten; es geht schließlich auch um Sexualität.

Inkontinenz ist ein Thema, über das niemand gerne spricht und welches dennoch erheblich verbreiteter ist, als viele glauben: Jeder neunte Deutsche leidet darunter, so die Deutsche Kontinenz Gesellschaft, darunter viele, ohne sich fachkompetente Hilfe zu holen. Dabei ist gerade die selbstgewählte Isolation vom gesellschaftlichen Leben eine häufige Folge der Inkontinenz, die den Patienten zu schaffen macht.

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Mathias-Spital

Das zertifizierte Kontinenz- und Beckenboden-Zentrum der Deutschen Kontinenzgesellschaft am Mathias-Spital berät diskret über die Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz und vermittelt den Kontakt in die entsprechende medizinische Disziplin bei Behandlungsbedarf.

Inkontinenz ist noch immer ein Tabu – doch lange Leidensgeschichten lassen sich nur beenden oder lindern, wenn Patienten über ihre Beschwerden sprechen.

Um das dafür nötige Vertrauen zu erwerben, klärt das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums auf, berät (auch anonym) und behandelt durch Fachleute aus der Frauenklinik, der Urologie, der Klinik für Allgemein- und Viszeral-Chirurgie mit dem Schwerpunkt Proktologie (Enddarm-Erkrankungen), der Physikalischen Therapie, der Altersheilkunde und der Kinderheilkunde sowie dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ).


Inkontinenz häufigster Grund für Einweisung in Altenpflegeheim

Die Bedeutung der Arbeit des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums nimmt zu, je stärker die Bevölkerung altert: Der häufigste Grund für die Einweisung in ein Altenpflegeheim ist Inkontinenz. Dabei gibt es in vielen Fällen Heilungsmöglichkeiten oder zumindest die Chance, das Problem so weit in den Griff zu bekommen, dass ein lebenswerter Alltag möglich ist.

Letztlich geht es um die Steigerung der Lebensqualität für Menschen, die sich oft völlig aus dem Leben zurückziehen, weil sie sich unwohl fühlen und schämen – dafür setzen die Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Dr. Beate Heitmann und ihr Team sich täglich ein.