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AKTUELL: Kontinenztag rund um Ernährung mit über 70 Teilnehmern

 

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Klinikum Rheine von Resonanz beeindruckt

Rheine. „Leben statt ‚müssen‘ – wie beeinflusst meine Ernährung die Kontinenz?“ war das Thema des diesjährigen Kontinenztages am Dienstag im Audimax der Akademie für Gesundheitsberufe an der Sprickmannstraße in Rheine. Über 70 Teilnehmer jedes Alters und beiderlei Geschlechts informierten sich, weil sie entweder bereits Schwierigkeiten mit der Kontinenz haben oder dafür sorgen möchten, keine zu bekommen.

Die Oberärztin für Gastroenterologie Dr. Kornelia Lindner sprach über gesunde Ernährung; anschließend referierte die Expertin für Klinische Ernährung Madiha Osman über Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Den dritten Vortrag hielt der Oberarzt für Enddarmerkrankungen und deren Operation Georg Reitemeyer zum Reizdarmsyndrom und zu Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulose).

Mehrere Stände informierten zu Hilfsmitteln bei Inkontinenz, zu operativen Möglichkeiten, zu unterstützendem Trink- und Essverhalten, zu allergenarmer, gut verträglicher Ernährung sowie zu Beckenboden-Übungen, die auch gleich unter physiotherapeutischer Anleitung ausprobiert wurden. „Der Sommer eignet sich für einen Ernährungsschwerpunkt, weil gerade viele harntreibende Lebensmittel beliebt sind wie Spargel oder Zitrusfrüchte“, erläuterte Dr. Beate Heitmann, die Leiterin des veranstaltenden Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Klinikum Rheine.

Einen der sehr gut besuchten Vorträge am Kontinenztag hielt der Oberarzt für Enddarmerkrankungen und deren Operation Georg Reitemeyer.

Bei Vollkornkräckern mit Dip, Obstspießen und Gemüsesticks sowie Getränken tauschten sich die interessierten Besucher untereinander aus sowie mit den Ärzten und Ärztinnen des Kontinenz- und Beckenbodenteams und mit den Therapeutinnen. Das Vier-Augen-Gespräch wurde immer wieder gesucht.

Dr. Heitmann zeigte sich hocherfreut über die unerwartet große Resonanz: „Manche Mütter im Alter von 70, 80 Jahren haben sogar ihre Töchter mitgebracht, weil diese sich gerade in einem kritischen Alter befinden, in dem man noch viel tun kann, um spätere Leiden zu vermeiden.“

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Mathias-Spital

Inkontinenz – ein Tabu: Wir helfen!
Frau M. und Herr K. sind leidenschaftliche Tänzer – seit Jahren jedoch verzichten sie auf ihr geliebtes Hobby: Beide sind inkontinent. Plötzlicher Urin-, Stuhl- und Windabgang haben sie schon oft in peinliche Situationen geführt …

Inkontinenz vorbeugen? Mit der Beckenbodenschule am Mathias-Spital!


Kostenlose Telefonberatung am Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Eine Patientin der amerikanischen Gynäkologin Jeanette S. Brown formulierte einmal: „Incontinence doesn’t kill you; it just takes your life away“ („Inkontinenz tötet nicht, aber sie nimmt dir das Leben.“). Die Menschen mit unkontrollierbarem Urin- oder Stuhlabgang gehen nicht mehr gern vor die Tür, ziehen sich aus der Gesellschaft anderer zurück, ihnen ist ihr Leiden derart peinlich, dass sie oft nicht einmal mit dem Arzt darüber sprechen möchten; es geht schließlich auch um Sexualität.

Inkontinenz ist ein Thema, über das niemand gerne spricht und welches dennoch erheblich verbreiteter ist, als viele glauben: Jeder neunte Deutsche leidet darunter, so die Deutsche Kontinenz Gesellschaft, darunter viele, ohne sich fachkompetente Hilfe zu holen. Dabei ist gerade die selbstgewählte Isolation vom gesellschaftlichen Leben eine häufige Folge der Inkontinenz, die den Patienten zu schaffen macht.

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Mathias-Spital

Das zertifizierte Kontinenz- und Beckenboden-Zentrum der Deutschen Kontinenzgesellschaft am Mathias-Spital berät diskret über die Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz und vermittelt den Kontakt in die entsprechende medizinische Disziplin bei Behandlungsbedarf.

Inkontinenz ist noch immer ein Tabu – doch lange Leidensgeschichten lassen sich nur beenden oder lindern, wenn Patienten über ihre Beschwerden sprechen.

Um das dafür nötige Vertrauen zu erwerben, klärt das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums auf, berät (auch anonym) und behandelt durch Fachleute aus der Frauenklinik, der Urologie, der Klinik für Allgemein- und Viszeral-Chirurgie mit dem Schwerpunkt Proktologie (Enddarm-Erkrankungen), der Physikalischen Therapie, der Altersheilkunde und der Kinderheilkunde sowie dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ).


Inkontinenz häufigster Grund für Einweisung in Altenpflegeheim

Die Bedeutung der Arbeit des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums nimmt zu, je stärker die Bevölkerung altert: Der häufigste Grund für die Einweisung in ein Altenpflegeheim ist Inkontinenz. Dabei gibt es in vielen Fällen Heilungsmöglichkeiten oder zumindest die Chance, das Problem so weit in den Griff zu bekommen, dass ein lebenswerter Alltag möglich ist.

Letztlich geht es um die Steigerung der Lebensqualität für Menschen, die sich oft völlig aus dem Leben zurückziehen, weil sie sich unwohl fühlen und schämen – dafür setzen die Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Dr. Beate Heitmann und ihr Team sich täglich ein.