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AKTUELL: Pipimachen auf dem Zauberklo

Weltkontinenztag am Mathias-Spital widmet sich der Inkontinenz bei Kindern und Erwachsenen

Rheine. Wenn Kinder im Schulalter noch immer einnässen, Frauen nach Schwangerschaft und Geburt ungewollt ab und zu „ein Tröpfchen“ verlieren oder ältere Menschen ständig zur Toilette rennen müssen, dann ist es Zeit für ein Gespräch. Dieses Gesprächsangebot gibt es wieder am Mittwoch, 20. Juni, von 9 bis 12 Uhr im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) in Rheine: Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Mathias-Spital veranstaltet zur Weltkontinenzwoche einen Info-Tag unter dem Motto „Die Sache mit der Blase von der Wiege bis in die hohen Jahre“.

Diesmal liegt ein Schwerpunkt auf Ausscheidungsstörungen bei Kindern: Die Leiterin der Blasen-Sprechstunde, Kinder-Kontinenztrainerin und Urologin Sina Schmidt lädt ein zum „Pipimachen auf dem Zauberklo“. Das Uroflow-Gerät misst die Stärke des Harnstrahls und hilft so bei der Diagnostik. „Am Weltkontinenztag machen unsere kleinen Besucher natürlich nicht richtig Pipi dorthinein, wir experimentieren mit Wasser“, erklärt Schmidt. Die Physiotherapeutinnen zeigen Kindern oder interessierten Eltern spielerische Bewegungsübungen, mit denen Kindern ihren Beckenboden stärken können.

Doch nicht nur Kinder und ihre Eltern, auch Interessierte aller anderen Altersgruppen beider Geschlechter sind herzlich eingeladen, die Infostände zu besuchen und sich mit Ärztinnen und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen auszutauschen. Neben den Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen ist auch die Urotherapeutin und Krankenschwester Britta Achternkamp ansprechbar – sie ist speziell für Patientenbedürfnisse geschult.

„Viele Betroffene sprechen nicht über Kontinenz-Probleme – nicht nur aus Scham, auch aus Angst z. B. vor einer Operation. Dabei kann man schon ohne chirurgischen Eingriff viel gegen die Beschwerden oder zur Vorbeugung tun – mit Übungen oder bestimmten Materialhilfen“, sagt Dr. Beate Heitmann, Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums.

Das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Klinikum Rheine freut sich auf die Besucher zum Weltkontinenztag 2018.

Das Team hinter dem Weltkontinenztag sind Oberärztin Dr. Beate Heitmann, Oberärztin Hülya Ipek (beide Frauenheilkunde), Oberarzt Dr. Frank Mennigen (Urologie), Oberarzt Dr. Christoph Schäper (Kinderheilkunde), die Urotherapeutin und Krankenschwester Britta Achternkamp sowie die speziell für den Beckenboden fortgebildete Physiotherapeutinnen Katrin Stecken und Kerstin Bönsch. 

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Zugang zum SPZ erfolgt über die Kindernotfallpraxis an der Sprickmannstraße.

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Mathias-Spital

Inkontinenz – ein Tabu: Wir helfen!
Frau M. und Herr K. sind leidenschaftliche Tänzer – seit Jahren jedoch verzichten sie auf ihr geliebtes Hobby: Beide sind inkontinent. Plötzlicher Urin-, Stuhl- und Windabgang haben sie schon oft in peinliche Situationen geführt …

Inkontinenz vorbeugen? Mit der Beckenbodenschule am Mathias-Spital!


Kostenlose Telefonberatung am Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Eine Patientin der amerikanischen Gynäkologin Jeanette S. Brown formulierte einmal: „Incontinence doesn’t kill you; it just takes your life away“ („Inkontinenz tötet nicht, aber sie nimmt dir das Leben.“). Die Menschen mit unkontrollierbarem Urin- oder Stuhlabgang gehen nicht mehr gern vor die Tür, ziehen sich aus der Gesellschaft anderer zurück, ihnen ist ihr Leiden derart peinlich, dass sie oft nicht einmal mit dem Arzt darüber sprechen möchten; es geht schließlich auch um Sexualität.

Inkontinenz ist ein Thema, über das niemand gerne spricht und welches dennoch erheblich verbreiteter ist, als viele glauben: Jeder neunte Deutsche leidet darunter, so die Deutsche Kontinenz Gesellschaft, darunter viele, ohne sich fachkompetente Hilfe zu holen. Dabei ist gerade die selbstgewählte Isolation vom gesellschaftlichen Leben eine häufige Folge der Inkontinenz, die den Patienten zu schaffen macht.

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Mathias-Spital

Das zertifizierte Kontinenz- und Beckenboden-Zentrum der Deutschen Kontinenzgesellschaft am Mathias-Spital berät diskret über die Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz und vermittelt den Kontakt in die entsprechende medizinische Disziplin bei Behandlungsbedarf.

Inkontinenz ist noch immer ein Tabu – doch lange Leidensgeschichten lassen sich nur beenden oder lindern, wenn Patienten über ihre Beschwerden sprechen.

Um das dafür nötige Vertrauen zu erwerben, klärt das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums auf, berät (auch anonym) und behandelt durch Fachleute aus der Frauenklinik, der Urologie, der Klinik für Allgemein- und Viszeral-Chirurgie mit dem Schwerpunkt Proktologie (Enddarm-Erkrankungen), der Physikalischen Therapie, der Altersheilkunde und der Kinderheilkunde sowie dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ).


Inkontinenz häufigster Grund für Einweisung in Altenpflegeheim

Die Bedeutung der Arbeit des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums nimmt zu, je stärker die Bevölkerung altert: Der häufigste Grund für die Einweisung in ein Altenpflegeheim ist Inkontinenz. Dabei gibt es in vielen Fällen Heilungsmöglichkeiten oder zumindest die Chance, das Problem so weit in den Griff zu bekommen, dass ein lebenswerter Alltag möglich ist.

Letztlich geht es um die Steigerung der Lebensqualität für Menschen, die sich oft völlig aus dem Leben zurückziehen, weil sie sich unwohl fühlen und schämen – dafür setzen die Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Dr. Beate Heitmann und ihr Team sich täglich ein.