Diabetologie

Diabetologie - Allgemein

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist ein Überbegriff für verschiedene Störungen des Stoffwechsels. Allen gemeinsam ist, dass sie zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, weil die Patientinnen und Patienten einen Mangel am Hormon Insulin haben und/oder die Insulinwirkung vermindert ist. Medizinisch unterscheidet man verschiedene Diabetes-Formen. Die Hauptformen sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes mellitus. In Deutschland leiden etwa 7,5% der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren an Diabetes mellitus. Über 90% davon sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. Diabetes mellitus kann zu schwerwiegenden und multiplen Folgeerkrankungen mit Komplikationen führen, wie Amputationen, Erblindung oder Dialysepflicht, und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Die Medizinische Klinik III ist eine spezialisierte Abteilung mit dem Behandlungsschwerpunkt Diabetes mellitus und den assoziierten Folgeerkrankungen und bietet zahlreiche hochqualitativen Versorgungsmöglichkeiten für Patienten mit den unterschiedlichen Formen von Diabetes mellitus, entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Klinik ist zertifiziert als Klinisches Diabeteszentrum (Diabetologikum) der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und bietet das gesamte Behandlungsspektrum der Diabetologie an.

Ärztliche Leitung

Chefarzt Medizinische Klinik III

Priv.-Doz. Dr. med. Steffen Hering
s.hering(at)mathias-spital.de

Kontakt

Sekretariat
Anne Swienty

05971 46-411
05971 42-31695
diabetologie(at)mathias-spital.de

stationäre Aufnahme / Anfragen / Privatambulanz
05971 46-411 (Sekretariat)

Anmeldung strukturierte Diabetes-Therapieprogramme
05971 46-411 (Sekretariat)
05971 46-1660 (Schulungsteam)
05971 42-31695
diabetologie(at)mathias-spital.de

Leistungsspektrum

Unser Leistungsspektrum umfasst die Diagnostik und Behandlung von allen Diabetesformen und von den Diabetes-Folgeerkrankungen. Es besteht eine enge Kooperation mit anderen Fachdisziplinen.

Dies umfasst die leitliniengerechte Behandlung von Patienten mit

• Diabetes mellitus Typ 1
• Diabetes mellitus Typ 2
• Gestationsdiabetes
• Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 in der Schwangerschaft
• Sekundäre Diabetesformen
• Patienten zur neu-/ Umstellung einer Insulinpumpentherapie
• Patienten mit "Diabetes Distress" (z.B. Diabetesakzeptanzstörungen)

Ein besonderer Schwerpunkt besteht in der Versorgung mit diabetischen Folgekomplikationen

• Diabetisches Fußsyndrom
• Diabetischer Nephropathie
• Autonome Neuropathie des Gastrointestinal- oder Urogenitaltrakts

 

 

Ihr Recht auf Zweitmeinung

  • Der G-BA hat am 18.03.2021 das Zweitmeinungsverfahren zu Amputationen beim diabetischen Fuß beschlossen. Auf freiwilliger Basis können Sie sich demnach eine zweite unabhängige medizinische Einschätzung einholen, um zu entscheiden, welche Behandliungsmethode für Sie in Frage kommt.
    Bei Fragen oder Bedarf stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

 

 

Ambulante und stationäre Betreuung, interdisziplinäre Zusammenarbeit

Ein wesentlicher Teil der Betreuung von Menschen mit Diabetes mellitus erfolgt ambulant in hausärztlichen Praxen und in Diabetes-Schwerpunktpraxen. In bestimmten Situationen ist jedoch eine stationäre Versorgungsstruktur erforderlich.

Dies betrifft akute Stoffwechselkomplikationen - sowohl bei Typ 1 als auch bei Typ 2 Diabetikern:

• Schwere und/oder rezidivierende Hypoglykämien (zu niedriger Blutzuckergehalt)
• Bei Wahrnehmungsstörungen für Hypoglykämien
• Nächtliche Hypoglykämien
• Akute hyperglykämische Stoffwechsel-Entgleisungen (zu hoher Blutzuckergehalt)
• Ketoazidose

Außerdem - in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Diabetologen - Optimierung der Therapie, wenn ambulant das Therapieziel nicht erreicht wird:

• Typ 1 Diabetiker mit ICT oder Pumpentherapie
• Typ 2 Diabetiker mit Insulintherapie
• Typ 2 Diabetiker mit ausgeprägter Insulinresistenz
• dysregulativer Diabetes mellitus (unerklärliche und / oder starke) / Dawn-Syndrom
• Behandlungsbedürftige Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus wie Diabetisches Fußsyndrom
• rezidivierende Hypoglykämien und/oder Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung
• Schwangerschaft bei Diabetes mellitus
• Patient mit fehlender Möglichkeit der Anbindung an niedergelassenen Diabetologen (Immobilität, ständig wechselnder Arbeitsort, Schichtdienst)
• Patient mit eingeschränkten kognitiven bzw. sensorischen Fähigkeiten (z.B. sehbehindert/blind/gehörlos)
• Diabetesspezifische psychologische Mitbehandlung erforderlich (z.B. wegen Depression/Copingstörung/Motivation-/Akzeptanzproblem/ Essstörung)
• Spezielle Therapien wie z.B. Diaport, Magen-Schrittmacher etc.

Eine geplante stationäre Behandlung auf einer unserer speziell ausgestatteten Stationen am Jakobi Krankenhaus und am Mathias Spital ist mit einer Einweisung des behandelnden Haus- oder Facharztes möglich. Wir bitten um eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme zur Vereinbarung des Aufnahmetermins. Bei akuten Fußläsionen oder Stoffwechselentgleisungen ist jederzeit eine sofortige Aufnahme möglich.

Die Behandlung auf unserer Stoffwechselstation am Jakobi-Krankenhaus erfolgt durch ein Team bestehend aus Diabetologen, Diabetesberatern, Diätassistenten, Sporttherapeuten und Psychologen. Das Angebot umfasst sowohl individuelle Einzeltherapien als auch strukturierte Diabetestherapieprogramme in Gruppen. Bei psychischen Problemen, die eine Integration des Diabetes in den Alltag und dadurch eine gute Einstellung behindern, kann eine psychologische Kurzintervention hilfreich sein. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass, falls erforderlich, eine unterstützende psychotherapeutische Therapie durch unsere Psychologen in die Wege geleitet wird.

Die Behandlung auf unserer Diabetes-Fußstation am Mathias-Spital erfolgt interdisziplinär durch die Technische Orthopädie und Diabetologie. Des Weiteren besteht das Team dort zusätzlich aus interventionellen Radiologen, Gefäßchirurgen, Wundtherapeuten und Orthopädie-Schuhmacher.

Eine ambulante Weiterversorgung kann über unsere diabetologische Schwerpunktpraxis erfolgen. Dort kann sowohl auch die postoperative Weiterversorgung der Patienten mit diabetischem Fuß als auch eine weitere Betreuung von Patienten nach stationärer Behandlung anderer Diabeteskomplikationen erfolgen.

 

 

Schwerpunkte der stationären Versorgung

Strukturierte Diabetestherapie-Programme und Schulung

Die Klinik bietet als überregionales Diabetes-Zentrum alle Therapien und Schulungen für die Probleme der Patienten mit Diabetes mellitus an. Termine für die u.g. Schulungsprogramme können sie hier einsehen.

Diabetes mellitus Typ 1
• Optimierung der Therapie bei akuten und chronischen Stoffwechselentgleisungen
• Vermeidung von Hypoglykämien (zu geringer Blutzuckergehalt) und Behandlung  von Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen
• Ersteinstellung auf Insulin-Pumpentherapie
• Optimierung der Insulin-Pumpentherapie bei Nichterreichen der Therapieziele

Diabetes mellitus Typ 2
• Ersteinstellung auf Insulin-Therapie, insbesondere bei akuter Stoffwechsel-Entgleisung und bei bestehenden Diabetes-Folgeerkrankungen
• Behandlung der verschiedenen Folgeerkrankungen, insbesondere alle Formen des Diabetischen Fußsyndroms und der diabetischen Nierenerkrankung
• Neueinstellung der Diabetestherapie bei schwerer metabolischer Entgleisung wie z.B. bei morbider Adipositas und Evaluation zur möglichen bariatrischen Intervention

Interdisziplinäre Behandlung des Diabetischen Fußes

Wichtig für eine erfolgreiche Behandlung des diabetischen Fußsyndroms ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit (siehe Kooperationspartner). Im Interdisziplinären Diabetischen Fußzentrum am Klinikum Rheine arbeiten Diabetologen, Gefäßchirurgen, Fußchirurgen, interventionelle Radiologen, Podologen, Wundtherapeuten, Diabetesberater, Psychologen, Orthopädietechniker und Orthopädieschuhmacher Hand in Hand.
Die Zahlen sprechen für sich: Bei Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom muss im Durchschnitt bei 15 Prozent der Betroffenen eine Amputation erfolgen. Bei Patienten, die in einem Interdisziplinären Diabetischen Fußzentrum betreut werden, kann die Amputationsrate auf unter 5 Prozent gesenkt werden. Erfahren Sie mehr über das Leistungsspektrum.
Das Klinikum Rheine verfügt seit vielen Jahren über eine anerkannte Expertise in der Diabetologie, in der Fuß- und Gefäßchirurgie sowie in der Behandlung von chronischen Wunden. Dieses Know-how bündeln wir nun im Interdisziplinären Diabetischen Fußzentrum und bieten Diabetes-Patienten eine zentrale Anlaufstelle. Wir behandeln das gesamte Spektrum des diabetischen Fußes bis hin zu sehr komplexen Umstellungsoperationen bei diabetischer Neuro-Osteoarthropathie (Charcot-Arthropathie). Das Ziel jeder Behandlung ist der Erhalt des Fußes.
Das Interdisziplinäre Diabetische Fußzentrum am Klinikum Rheine ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als stationäre und ambulante Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert. Die DDG bestätigt damit die hohen Qualitätsstandards des Fußzentrums bei der Behandlung dieser diabetischen Folgeerkrankung.

Stationäre Behandlung (auf unserer spezialisierten Fuß-Wundstation)

• Diabetologische Begleitung des Patienten durch den Behandlungsprozess (Stoffwechseleinstellung des Diabetes mellitus sowie Behandlung von häufig vorhandenen internistischen Begleiterkrankungen)
• Interventionelle Radiologie für die angiographische Darstellung von Gefäßen sowie die Behandlung von Gefäßverengungen und Gefäßverschlüssen mit Ballonkathetern und Gefäßstützen (Stents)
• Gefäßchirurgische Eingriffe an Becken, Oberschenkel, Unterschenkel und Fuß
• Fußchirurgische Behandlung bei orthopädischen Problemen, die von primären und sekundären Fußfehlstellungen in Folge des diabetischen Fußsyndroms verursacht werden (wie beispielsweise der Charcot-Fuß) sowie operative und konservative Ulkustherapie
• Professionelles Wundmanagement für eine intensive lokale Therapie von Fußwunden
• Orthopädieschuhmacher für eine Optimierung der Schuhversorgung
• Orthopädietechniker für eine eventuell erforderliche Versorgung mit Entlastungsorthesen und Prothesen

Ambulante Behandlung (in unserer diabetologischen Schwerpunktpraxis)

In der diabetologischen Fußambulanz werden Diabetespatienten mit unterschiedlichen Erkrankungen an Beinen, Füßen, Zehen und Zehennägeln interdisziplinär behandelt.
• Offene oder schlecht heilende Wunden
• Druckstellen durch Deformationen der Füße
• Entzündungen der Beine und Füße (pochende Schmerzen, Rötungen, Schwellungen etc.)
• Untersuchung des diabetischen Fußes gemäß Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) mit Erhebung des Gefäßstatus und des neurologischen Status, Fotodokumentation
• Adäquate Wundversorgung
• Einleitung einer adäquaten Schuhversorgung oder orthetischen Versorgung in Zusammenarbeit mit Orthopädieschuhmachern
• Stationäre Aufnahme, falls erforderlich
• Nachbehandlung von Patienten mit behandlungsbedürftigen Wunden im Anschluss an den stationären Aufenthalt

 

 

Kooperationen

Kooperierende Abteilungen am Klinikum Rheine

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Technische Orthopädie Mathias-Spital
Priv.-Doz. Dr. med. B. Roetmann

Abteilung für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie Mathias-Spital
Dr. med. G. Lulay

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie Mathias-Spital
Dr. med. G. Klaß

Psychologischer Dienst des Klinikums Rheine
C. Auffenberg. Dipl.-Psychologin DDG

Ernährungsmedizin (Klinik f. Allgemeine Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie)
Prof. Dr. med. Ralf Keller

Praxis für Podologie (am Mathias Spital Rheine)
M. Broer

Externe Kooperationspartner

Interdisziplinäre Adipositaszentrum im Klinikum Ibbenbüren
Klinik für Allgemein- und Viszeral-Chirurgie
(CA Dr. med. Clemens Knappmann)
05451 52-1800
ibb-sekretariat-allgemeinchirurgie(at)klinikum-ibbenbueren.de

Orthopädieschuhtechnik und Orthopädietechnik (gleichberechtigt)
Gregor Berges
Osnabrücker Str. 83, 48431 Rheine
05971 7381

Michael Damer
Humboldtstr. 127, 48429 Rheine
05971 796461

 

 

Wissenswertes - Links

Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

European Association for the Study of Diabetes
https://www.easd.org

American Diabetes Association
https://www.diabetes.org

Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) e. V.
https://menschen-mit-diabetes.de

diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe
https://www.diabetesde.org

Deutscher Diabetiker Bund e. V. (DDB)
https://www.diabetikerbund.de