Studien

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Über die Standardtherapien hinaus können auch neue, in der Entwicklung befindliche Medikamente (experimentelle Therapien) eingesetzt werden: durch die Teilnahme an klinischen Studien stehen neue Krebsmittel vielen Patienten im Rahmen klinischer Studien zur Verfügung.

In der Hämatologie und Onkologie ist in den letzten wenigen Jahren ein exponentieller Wissenszugewinn über die molekularpathologischen Entstehungsmechanismen bösartiger Erkrankungen, das molekulare Profil von Tumorerkrankungen, Identifizierungen von zellulären und auto-/parakrinen Interaktionen des sogenannten "Tumorenvironments" und tumorbiologische sowie tumorimmunologische Fragestellungen eingetreten.

Daraus resultiert die präklinische und klinische Entwicklung und Prüfung einer Vielzahl neuer Substanzen, die im Wesentlichen auf zielgerichteten Behandlungsansätzen basieren ("targeted therapies").

Aus diesem Grund müssen wir bestrebt sein, neue, innovative, sicherere und in der Konsequenz immer besser werdende Behandlungsmethoden und -ansätze für unsere Patienten im Rahmen von Klinischen Prüfungen (Studien) zu definieren.

Dies gilt nicht nur für die Entwicklung hochwirksamer Arzneimittel, sondern auch für Operationsmethoden, interventionelle Behandlungsverfahren und innovative Bildgebung und Bestrahlungstechniken.

Für jede klinische Studie muss ein sogenanntes "Studiendesign" vorliegen. Dieser Plan legt von vornherein fest, welches Behandlungsziel die Studie verfolgt und welche Patienten in welchem Krankheitsstadium für wie lange in die Studie aufgenommen werden. Es legt auch fest, wann eine Studie abgebrochen werden muss und wann ein Studienteilnehmer die Studie verlassen sollte.

Es gibt noch weitere Kontrollorgane: So existiert seit 1964 die Deklaration von Helsinki, in der der Weltärztebund festgelegt hat, dass Risiken und Nutzen einer Studienteilnahme gegeneinander abgewogen werden müssen. Zudem gibt es internationale Leitlinien zur "Good Clinical Practice", die klare Anweisungen für die sachgerechte Durchführung klinischer Studien enthalten. Daneben schützen gesetzlich verankerte Kontrollorgane, wie Ethikkommissionen, die Studienteilnehmer.

Eine Therapiestudie erlaubt der Gesetzgeber nur dann, wenn eine Ethikkommission ihre Zustimmung erteilt.

Ohne Einwilligung des Patienten bzw. seiner Angehörigen wird niemand in eine Studie aufgenommen. Ob die Teilnahme an einer Studie Nutzen bringt oder nicht, lässt sich nur für den Einzelfall entscheiden. Die fachlichen Hintergründe zu einer Studie erläutert der Prüfarzt dem Patienten. Ohne umfassende Information und ein individuelles Gespräch mit der betreuenden Ärztin oder dem betreuenden Arzt sollte niemand eine derartige Entscheidung treffen. Für die Begleitung der Patienten sind speziell geschulte und qualifizierte Ärzte und Mitarbeiter (Study Nurses) Ansprechpartner.

Hier finden Sie eine Übersicht der aktuell angebotenen Studien in der Medizinischen Klinik I (Stand 06/2021) aus der Sektion Internistische Onkologie:

Studienübersicht