Endoskopie

Im Zentrum für diagnostische und interventionelle Endoskopie, Sonographie und gastroenterologische Funktionsdiagnostik stehen in mehreren Untersuchungsräumen moderne Videoendoskopie-Einheiten, moderne Sonographiegeräte und eine Röntgenanlage zur Verfügung.

Jährlich werden etwa 5000 Untersuchungen des gesamten Magen-Darm-Traktes durchgeführt. Dazu gehören u.a. auch endoskopische und sonographische Untersuchungen des Magens, des Dünn- und Dickdarms, der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse. Dazu gehört ebenso auch der endoskopische Ultraschall, der konventionell oder als Mini-Echosonden-Sonographie in den Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwegen durchgeführt werden kann.

Sowohl mit der normalen Sonographie als auch mit der Endosonographie sind neben diagnostischen auch interventionelle Maßnahmen wie Punktion verschiedener Organe des Magen-Darm-Traktes sowie verschiedene Drainageanlagen möglich.

Für nahezu alle Untersuchungen besteht eine 24-Stunden-Bereitschaft.


Das Team der Endoskopie

Kontakt Endoskopie

  • Terminvereinbarung und Sekretariat
    Maria Meyjohann
    Telefon 05971 42-1624
    Telefax 05971 42-31624

Leistungsspektrum Endoskopie

Diagnostisch

  • Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD)
  • (Ileo-)Koloskopie
  • Sigmoidoskopie
  • Jejunoskopie
  • Doppelballon-Enteroskopie
  • Minisonden-Ultraschall der Gallenwege

Interventionell

  • Endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP)
  • Cholangioskopie
  • PTCD
  • Entnahme von feingeweblichen Proben / Zellabstrichen / Punktionszytologien
  • PEG/PEJ Anlagen (Perkutane endoskopische Gastrostomie bzw. Jejunostomie)
  • Anlage von transnasalen Ernährungssonden (PEG, JET-PEG, Trilumina-Sonden)
  • Bougierungen und Dilatation von Engstellen
  • Stentimplantation: Plastikstents, selbstexpandierende Metallstents (SEMS)
  • Sklerosierungstherapie
  • Gummibandligaturen
  • Argon-Plasma-Koagulation
  • Gefäßclipping
  • Polypektomie
  • Endoskopische Mukosektomie
  • Endoskopische Vollwandresektionen
  • Fremdkörperentfernung
  • Radiofrequenzablation der Gallenwege
  • Laserlithotripsie
  • Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie
  • Zenker-Divertikulotomien

Sonographie

Mit der Sonographie (Ultraschalluntersuchung) als nicht belastende und schnell verfügbare Untersuchung sind detaillierte Informationen zur Struktur und Funktion einzelner Organe zu erhalten.

Es werden transkutane Untersuchen nahezu aller Organe durchgeführt, hier insbesondere von Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Gallenwegen, Nieren, Nebennieren, Milz, Dünn- und Dickdarm, Retroperitoneum, Gefäßen, Lymphknoten, Weichteilorgangen und der Schilddrüse.

Ergänzt wird hierbei die zweidimensionale Untersuchung im B-Mode durch die Dopplersonographie, wobei der Fluss in den Blutgefäßen dargestellt und beurteilt werden kann.

Unter sonographischer Steuerung können gezielte Biopsien (Probenentnahmen) aus krankhaften Organen vorgenommen werden, was gerade bei onkologischen Krankheitsbildern von zentraler Bedeutung ist.

Zusätzlich ermöglicht die Kontrastmittelsonographie (CEUS) eine nähere Einschätzung tumorsuspekter Veränderungen.

Weiterhin werden ultraschallgesteuerte Punktionen und Drainageanlagen von Zysten, Flüssigkeitsansammlung im Brust- oder Bauchraum sowie von Abszessen durchgeführt.

Ergänzt wird die transkutane Sonographie durch die Endosonographie, die im Rahmen einer Endoskopie neben einer hochauflösenden Ultraschalluntersuchung von innen auch ultraschallgesteuerte Probenentnahmen, Drainageanlagen oder therapeutische Injektionen ermöglicht.

Gastroenterologische Funktionsdiagnostik/Videokapselendoskopie (VCE)

Gastroenterologische Funktionsdiagnostik:

Typische Folgen von Funktionsstörungen der Speiseröhre und des Mageneingangs sind Schluckstörungen, Sodbrennen, Aufstoßen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Dabei muss zunächst an das Vorliegen einer Herzerkrankung gedacht werden.

Sind akute Herzerkrankungen ausgeschlossen können mit Hilfe einer hochspezialisierten Funktionsdiagnostik Störungen im Druck- und Bewegungsablauf der Speiseröhre (Ösophagusmanometrie) sowie Störungen des Mageneingangs (24-Stunden pH-Metrie) nachgewiesen werden.

Beide Untersuchungsverfahren können ambulant durchgeführt werden. Eine Sedierung oder Narkose ist nicht erforderlich. Die Durchführung der Ösophagusmanometrie, bei der ein Messkatheter mit zahlreichen Messpunkten durch die Nase bis in den Magen vorgeschoben wird und der Patient dann aufgefordert wird, kontrolliert zu schlucken, dauert etwa 15 Minuten.

Für die 24-Stunden pH-Metrie wird einen dünne Messsonde durch die Nase bis in das untere Drittes der Speiseröhre eingeführt. Dort bleibt die Messsonde 24 Stunden liegen und zeichnet in dieser Zeit kontinuierlich den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre auf. Der Patient sollte dabei so gut wie möglich seinen Tagesablauf normal gestalten.

Videokapselendoskopie:

Mit der Kapselendoskopie ist es möglich Bereiche des Magen-Darmtraktes zu beurteilen, die bei einer Magen-oder Darmspiegelung nicht eingesehen werden können. Es handelt sich dabei um den gesamten Dünndarm zwischen Zwölffingerdarm und Beginn des Dickdarms.

Die Kapselendoskopie wird in der Regel durchgeführt bei:

  • Blutungen, deren Ursache weder im Magen noch im Dickdarm lokalisiert ist
  • grundsätzlich bei jedem Verdacht auf eine Dünndarmerkrankung.

Der eigentlichen Untersuchung geht eine milde Darmreinigung voraus.

Der Patient schluckt eine Kapsel ähnlich einer dicken Tablette (Einmalmaterial), die eine winzige Digitalkamera enthält. Diese erstellt ein Video auf ihrem Weg durch den Dünndarm. Der Patient kann sich während der Untersuchung frei bewegen. Das Video muss anschließend gesondert ausgewertet werden.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Unter dem Begriff chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) werden die beiden häufigsten entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Cohn und Colitis ulcerosa zusammengefasst.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen betreffen prinzipiell eher jüngere Menschen und sind manchmal auch nur schwer voneinander zu unterscheiden.

Trotz umfangreicher Forschung sind Ursache und Entstehung nur teilweise geklärt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben heute aber dazu geführt, dass Therapiemöglichkeiten individuell wesentlich differenzierter eingesetzt werden können.

Die Betreuung und Behandlung von Patienten mit CED ist ein Schwerpunkt in der Medizinischen Klinik I. Erforderliche Untersuchungen werden schonend aber doch konsequent durchgeführt, um so die Voraussetzungen für eine optimale individualisierte Therapie zu erhalten. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär unter Berücksichtigung konservativer und operativer sowie somatischer und psychologischer Aspekte. Bislang werden die Patienten überwiegend stationär behandelt. Zukünftig wird aber auch eine ambulante Betreuung innerhalb der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) möglich sein.

Ambulantes Operieren

Einige gastroenterologische Untersuchungen können auch bei gesetzlich versicherten-Patienten ambulant im Rahmen des sog. ambulanten Operierens in unserer Zentralen Endoskopie durchgeführt werden.

Folgende ambulante Untersuchungen sind möglich:

  • Koloskopie (Darmspiegelung)
  • ERCP bei Stenentfernungen/-wechsel
  • Anlage von Ernährungssonden durch die Bauchdecke (PEG)
  • Aufdehnungen im Übergang von Speiseröhre in den Magen bei (drohenden) Engstellen

Alle Untersuchungen haben gemeinsam, dass Sie zuvor einen Termin für ein Aufklärungsgespräch erhalten. Am Tag der Untersuchung melden Sie sich direkt in unserer Endoskopie. Im Anschluss an die Untersuchung werden Sie auch hier überwacht. In jedem Fall ist eine Abholung durch eine Begleitperson erforderlich, die entweder wartet oder häufiger insbesondere in den Zeiten der Corona-Krise von unserem Endoskopie-Personal telefonisch informiert wird. Bei Bedarf ist eine stationäre Aufnahme im Anschluss an die Untersuchung immer möglich. Einen Befundbericht händigen wir Ihnen in der Regel direkt aus. Wenn Proben entnommen wurden, werden diese nach einigen Tagen dem überweisenden Kollegen / der überweisenden Kollegin zugesandt.

  • Zur Terminanfrage erreichen Sie unsere Sekretärin der Endoskopie unter der Telefonnummer: 05971/42-1624
  • Bitte beachten Sie, dass wir als Akutkrankenhaus arbeiten und somit unvorhergesehene zeitliche Verschiebungen durch Notfälle zu Wartezeiten führen können!