Informationen für Patienten

Patienten kennen alle Toiletten in der Stadt

Viele Patienten sagen hinterher: Wäre ich doch eher gekommen!

In Deutschland leiden neun Millionen Menschen an plötzlichem Urin-, Stuhl- oder Windabgang. Mit diesem Inkontinenzproblem, dem Kontrollverlust über ihren Körper, ziehen sie sich häufig aus dem gesellschaftlichen Leben zurück und leben isoliert. Wenn sie sich noch raustrauen, kennen diese Menschen alle Toiletten in der Stadt.

Viele sind überzeugt, für ihr Problem gebe es keine Lösung, sie seien zu alt für Kontinenz-Maßnahmen oder möchten es einfach ungern gegenüber einem Arzt ansprechen. Schweigen jedoch verschlimmert das Leiden – und den Schritt in die Beratung empfinden viele Patienten anschließend als wesentlich weniger unangenehm als die jahrelange Erduldung der Einschränkungen durch Inkontinenz.

Der Beckenboden ist komplex: Hier befinden sich mehrere sehr unterschiedliche Organe auf engem Raum – die gestörte Funktion eines Organs wirkt sich auch auf die anderen aus. Der erste Schritt heraus aus Scham, Selbstisolation und Depression ist eine vertrauliche und ausführliche Beratung durch medizinische Fachleute – seien es Ärzte, Ärztinnen oder speziell ausgebildete Krankenschwerstern (Urotherapeutinnen).

Täglich treffen wir auf Menschen, für die der Schritt ins Kontinenz- und Beckenbodenzentrum ein riesiger war – viele sagen nach Beratung und ggf. Behandlung: Wäre ich doch eher gekommen!

Anne Lauen, Toilette im Kopf

Ansprechpartner

  • Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums

    Dr. Beate Heitmann
    Gynäkologie

  • Hülya Ipek
    Gynäkologie
  • Dr. Christoph Schäper
    Pädiatrie
  • Dr. Frank Mennigen
    Urologie
  • Kornelia Lindner
    Gastroenterologie
  • Georg Reitemeyer
    Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Schwester Britta Achternkamp
    Urotherapie

So finden Sie uns

Wenn Sie vom Haupteingang des Mathias-Spital kommen:

Gehen Sie geradeaus durch die Halle und begeben Sie sich ins Untergeschoss. Folgen Sie den Wegweisern zum Nebeneingang. Verlassen Sie das Gebäude und gehen Sie in Richtung Fahrradständer. Lassen Sie die Fahrradständer links liegen und gehen Sie auf den Eingang des neuen E-Flügels zu – er hat die Form eines großen Glas-Kubus. Betreten Sie den Glaskubus und begeben Sie sich ins Untergeschoss. Hinter der Glastür zu Ihrer Rechten ist die Anmeldung des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums.

Wenn Sie vom rückwärtigen großen Parkplatz Dutumer Straße kommen:

Gehen Sie in Richtung Hauptgebäude. Lassen Sie die Fahrradständer rechts liegen und gehen Sie auf den Eingang des neuen E-Flügels zu – er hat die Form eines großen Glas-Kubus. Betreten Sie den Glaskubus und begeben Sie sich ins Untergeschoss. Hinter der Glastür zu Ihrer Rechten ist die Anmeldung des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums.

Zertifizierung des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums

„Patienten kennen alle Toiletten in der Stadt“

Rezertifizierung des Kontinenz- und Beckenboden-Zentrums am Mathias-Spital gelungen.

Rheine - 10. November 2014. Alle drei Jahre lässt die Deutsche Kontinenz Gesellschaft die Kontinenz- und Beckenbodenzentren zur Rezertifizierung antreten – erfolgreich absolviert hat diese nun das Zentrum am Mathias-Spital Rheine.

„Neun Millionen Menschen leiden in Deutschland an plötzlichem Urin-, Stuhl- oder Windabgang, viele trauen sich nicht, professionelle Behandlung in Anspruch zu nehmen“, weiß die Leiterin Dr. Beate Heitmann aus Erfahrung. Die Folge: Scham, Selbstisolation, Depression. „Wenn sie sich noch raustrauen, kennen sie alle Toiletten in der Stadt“, ergänzt der Facharzt für Enddarmerkrankungen (Proktologie) Georg Reitemeyer.

Die Hilfen gegen Inkontinenz sind so vielfältig wie die Patienten und ihre Probleme: In der Urotherapie lernen sie ein verändertes Trinkverhalten oder den richtigen Einsatz von Hilfsmitteln wie z. B. Pessaren. Hört das Einnässen bei Kindern nicht im entsprechenden Alter auf, berät der Kinderarzt. Bei älteren Menschen verhindern Mehrfach-Erkrankungen oft eine Operation; sie bekommen die richtigen Hilfsmittel, die den Alltag mit Inkontinenz erleichtern. Bei Stuhl-Inkontinenz oder Darmverletzungen infolge einer Geburt hilft der Proktologe. In der Physiotherapie bekommen Patienten nach der Operation Tipps und Übungen, Ängste werden besprochen.

Für jedes Alter, Mann und Frau und die unterschiedlichen Ursachen von Inkontinenz gibt es zahlreiche Behandlungen, um zu heilen oder zumindest den Leidensdruck zu mindern: medikamentös, operativ oder sogar ausschließlich durch Übungen. Für die Patienten bedeutet die Rezertifizierung eine Beratung auf höchstem Niveau durch Spezialisten: Mindestens fünf Fachabteilungen muss ein Zentrum vorweisen, zwingend die Urologie, Gynäkologie und Chirurgie. Zwei weitere Disziplinen werden je nach Klinikausrichtung gewählt, in Rheine Kinder- und Jugendmedizin und Gastroenterologie. Fachliche, personelle, bauliche und apparative Voraussetzungen werden geprüft.

Seit 2012 hat das Zentrum am Mathias-Spital eigene Räume im E-Flügel und einer zentrale Telefonnummer für Kontinenz-Patienten. Dass seine Kompetenz bereits über Rheine hinaus bekannt ist, zeigt eine Einladung von Fachkollegen zum 26. Kongress der Deutschen Kontinenzgesellschaft in Frankfurt a. M.: Hier wird Dr. Beate Heitmann Mitte November einen Vortrag halten zu neun Jahren Kontinenz- und Beckenbodenzentrum unter dem Titel „Was haben wir erreicht!?“.

Das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums (v. l.) freut sich über die Rezertifizierung: Britta Achternkamp (Urotherapie), Georg Reitemeyer (Enddarmheilkunde), Katrin Stecken (Physiotherapie), Dr. Christoph Schäper (Kinderheilkunde), Leiterin Dr. Beate Heitmann (Frauenheilkunde), Dr. Frank Mennigen (Urologie), Hülya Ipek (Frauenheilkunde), Kornelia Lindner (Gastroenterologie), Sebastian Heletta (Urologie) und Ulrike Middelhoff (Sekretariat).

Weltkontinenzwoche

Patientennähe suchen z. B. durch Telefon-Aktion

Die meisten Inkontinenz-Betroffenen sprechen nicht über diese Probleme und können daher keine Hilfe erhalten – dabei gibt es immer mehr Personen mit diesen Beschwerden auch aufgrund der höheren Lebenserwartung. Aufklärung und das aktive Zugehen auf Patienten tut daher Not. Als eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme nutzt das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum regelmäßig die Weltkontinenzwoche.

Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum legt besonderen Wert auf eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der ein Gespräch über Probleme leichter fällt. Die Intensive Beratung wahrt die Intimsphäre der Patienten. Einen ersten Eindruck davon bekamen die Anrufer bei der Telefon-Aktion oder in persönlichen Einzel-Kurzgesprächen in der Weltkontinenzwoche. 

Unter der Inkontinenz-Hotline erreichten Interessierte und Betroffene Oberärztin Dr. Beate Heitmann (Frauenheilkunde), Oberarzt Georg Reitemeyer (Chirurgie/Proktologie), Oberarzt Dr. Frank Mennigen (Urologie) sowie weitere Kollegen des Kontinenzzentrums.