Informationen für Fachkräfte

Fortbildung zu höhergradigen Dammrissen

Regelmäßig führt das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Nahtkurse zu Dammrissen III. und IV. Grades durch. In Theorie und praktischer Übung lernen die Teilnehmer/innen

Diese Kurse können auch als Inhouse-Schulung von Krankenhäusern gebucht werden.

Die nächsten Kurse finden statt am

Samstag, 27.01.2018 und Samstag, 06.10.2018

  • Klassifikation höhergradiger Dammrisse
  • perioperatives Management bei DR III und DR IV
  • Nahttechnik zu DR III und DR IV
  • Nachsorge bei DR III und DR IV im Wochenbett
  • Möglichkeiten der Vermeidung höhergradiger Dammverletzungen
  • Nahttechnik DR III und DR IV (Hands-on-Training)

Symposium zur Kontinenz- und Beckenbodenheilkunde

Informationen für Fachkräfte aus allen medizinischen Disziplinen

Abwechslungsreiche Kurzvorträge mit Blitzlichtern zu allen Fachbereichen rund um den Beckenboden und seine Erkrankungen bot das Symposium 2013 für Fachkräfte, die beruflich mit Inkontinenz-Betroffenen arbeiten. Alle Altersgruppen unter den Patienten, Männer wie Frauen, betrafen die Themen, die anschaulich mit bewegten Ultraschallbildern und Filmen erläutert wurden.

Zwischen den Vorträgen hatten die Teilnehmer Zeit, sich die Industrieausstellung anzusehen und z. B. an dieser Schaufensterpuppe die gynäkologische Bauchspiegelung (Laparoskopie) auszuprobieren. Im Bild Dr. Markus Heuring, Assistenzarzt der Gynäkologie am Mathias-Spital.

Eine Wahrnehmungsübung ließ Männer und Frauen ihre Beckenbodenmuskeln erspüren: Wie das Aufstehen vom Stuhl im Alltag schon den Beckenboden trainieren kann, probierten alle aus; anschließend ging es um das richtige Entleeren von Darm und Blase sowie um Entlastungsübungen.

Mit Übungen für den Alltag zeigte Pia Rote, Physiotherapeutin aus Mesum, wie Männer und Frauen ihre Beckenbodenmuskulatur stärken können.

Interessante Aspekte vermittelte auch die Industrieausstellung, wo die Besucher z. B. an einer Schaufensterpuppe die gynäkologische Bauchspiegelung (Laparoskopie) ausprobieren konnten, Klingelhöschen gegen Bettnässen vorgestellt und diverse Hilfsmittel bei Inkontinenz gezeigt wurden.

Wie eigentlich spürt man seine Beckenbodenmuskeln? Die Übungen der Physiotherapeutin Pia Rote sorgten für Heiterkeit auf dem Symposium.

Visite in Flipflops

(Den Bericht zum jüngstem Nepal-Einsatz vom September 2016 können Sie hier einsehen. Den Bericht veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung der Münsterländischen Volkszeitung.)

Gynäkologie-Team des Mathias-Spitals zurück aus intensivem Nepal-Einsatz

Rheine/Kathmandu. Viel Zeit ließen sich Dr. Beate Heitmann, Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Mathias-Spital Rheine, und ihr Team nicht nach dem langen Flug in Nepals Hauptstadt: Nach einem Kaffee starteten sie, Fachärztin Hülya Ipek, Urotherapeutin Britta Achternkamp und Anästhesist Christoph Hartger in die erste Sprechstunde im Sushma Koirala Memorial Hospital.

„Das Hauptproblem der Patientinnen sind Senkungen der weiblichen Geschlechtsorgane und unwillkürlicher Urinverlust“, fasst Dr. Heitmann das Behandlungsfeld zusammen. „Eine Frau lebte seit 40 Jahren mit einer Gebärmuttersenkung; sie sagte bei ihrer Entlassung, ihr sei ein neues Leben geschenkt worden.“

Der erste sechstägige Operationsmarathon war nicht nur aufgrund der 30 Grad im OP anstrengend für das Team: Beim Material musste es sparsam denken und das einheimische OP-Team neu einweisen. „Jedes Ärzteteam, das aus dem Westen hierherkommt, bringt eigene Behandlungsabläufe mit“, sagt Dr. Heitmann, „darauf müssen sich die Schwestern vor Ort immer wieder neu einstellen.“

Für die Anästhesie gab es ein Übergabebuch, in dem Hartgers Vorgänger ihm ihre Methoden mitteilten. „99 Prozent aller Narkosen habe ich in rückenmarksnaher Anästhesie durchgeführt, was die Patientinnen schnell wieder auf die Beine brachte“, sagte er.

Achternkamp hatte alle Hände voll zu tun mit der postoperativen Pflege der Patientinnen, vermittelt durch Dolmetscher. „Problematisch sind z. B. Hocktoiletten nach Beckenboden-OPs – darüber hatten wir vorher überhaupt nicht nachgedacht“, sagt die Urotherapeutin. „Entlassungen mussten wir ganz anders gestalten als in Deutschland, denn die Frauen müssen oft sechs Stunden mit dem Bus und zwei Stunden den Berg zu Fuß hinauf zurück in ihr Dorf“, schildert Ipek.

„Man darf das deutsche System nicht auf Nepal anwenden wollen“, so Hartger, „dann kommt man leichter mit den Gegebenheiten vor Ort zurecht.“ An die Visite in Flipflops hatte sich das Team schnell gewöhnt, an andere Dinge weniger: Musste eine Gebärmutter entfernt werden, wollten die Angehörigen das entnommene Organ sehen, bevor sie sich etwas darunter vorstellen konnten. „Manche Frauen mit einer Senkung kamen zu uns und sagten, ihnen hänge der Magen unten raus“, beschrieb Dr. Heitmann die anatomischen Vorstellungen der Patientinnen.

Unterbrochen wurden die OP-Tage durch gynäkologische Camps in den Bergen rund um Kathmandu. „Hier wurde uns noch stärker bewusst, wie dringend der Aufbau einer gynäkologischen Station ist – das Fernziel unserer Reise.“ Bis zu 100 Patientinnen pro Tag untersuchte das Team. Die Patientengeschichten waren nicht dokumentiert. „Wir mussten uns auf die Aussage der Patientinnen verlassen und auf unsere klinische Beurteilungsfähigkeit“, sagte Hartger.

Stolz ist das Team darauf, alle Operationen komplikationsfrei durchgeführt zu haben. Über das Internet erfährt es, wie es den Frauen in der Nachsorge geht. „Zum Schluss hatten wir zu allen Patientinnen ein herzliches Verhältnis“, sagte Dr. Heitmann, „beim Abschied weinten einige.“ Die Operationen werden vom Verein Interplast bezahlt, Angehörige bringen Essen und Trinken zu den Kranken. Das Team dankt für die große finanzielle Unterstützung im Vorfeld und den Sachspendern für Instrumente und Material. „Es war eine sehr intensive Zeit, in der wir gemerkt haben, wie sehr wir uns aufeinander verlassen können“, ist das Fazit des Teams nach dem 16-tägigen Einsatz.

Spenden für das SKM-Hospital in Nepal bitte an die Kreissparkasse Köln, IBAN DE73 3705 0299 0000 0928 01, BIC: COKSDE33, Stichwort: Mathias-Spital; Spendenquittung gegen Angabe der Adresse.