Urologie und Kinderurologie

Die Klinik für Urologie und Kinderurologie am Mathias-Spital Rheine wird seit dem 01. April  2008 von Chefarzt Dr. med. Christian Eggersmann geleitet. Seine urologische Weiterbildung absolvierte er am Universitätsklinikum Wuppertal, zuletzt war er dort als leitender Oberarzt und stellv. Klinikdirektor tätig. Fachlicher Schwerpunkt neben der großen Tumorchirurgie (z.B. nervenerhaltende Prostatektomien und Zystektomien sowie kontinente Harnableitungen) ist u.a. die minimalinvasive Urologie und die operative Kinderurologie. Darüber hinaus hat er an der Medizinischen Fakultät der Universität Witten/Herdecke über viele Jahre eine Dozententätigkeit im Fach Urologie ausgeübt.

Diese Lehrtätigkeit setzt sich seit 2009 im Rahmen der Studierendenausbildung der Westfälischen-Willhelms-Universität Münster als akademische Lehrabteilung für das Fach Urologie und Kinderurologie fort. Durch die im Sommer und Herbst 2010 erfolgte Komplettsanierung der Klinik für Urologie und  Kinderurologie stehen insgesamt 41 Betten (auf der Regeleistungs-, Intensiv- und Privatstation sowie in der Kinderklinik) zur Verfügung.

  • Die Urologische und Kinderurologische Klinik verfügt über 41 Betten. (33 auf Allgemeinstationen, 4 auf Wahlleistungsstation, 2 Intensivbetten, 2 Pädiatrische)

Krankheitsbilder

  • benigne Prostatahyperplasie
  • Prostatakarzinom
  • Nierenkarzinom
  • Blasenkarzinom
  • Peniskarzinom
  • Hodenkarzinom
  • Drang- oder Belastungsinkontinenz bei Mann und Frau
  • Nierensteinleiden
  • Gutartige Erkranklungen am Hoden (z.B. Hydrocelen)
  • Erkrankungen der Harnleiter
  • Erektile Dysfunktion
  • kindliche Inkontinenz
  • Vesikoureteraler Reflux
  • Hodenhochstand
  • Phimose, Hypospadie

Behandlungsspektrum und OP-Verfahren

Wir bieten moderne urologische Therapien für Männer, Frauen und Kinder. Unser Leistungsspektrum umfasst das gesamte Gebiet der operativen (endoskopische, offene und laparoskopische Verfahren) und konservativen Urologie.

Das Fachgebiet der Urologie und Kinderurologie umfasst operative Eingriffe bei Missbildungen, Erkrankungen und Verletzungen sämtlicher Urogenitalorgane z.B. der Blase, der Prostata, des äußeren Genitales, der Harnleiter und der Nieren. 

Modernste Resektions- und Rekonstruktionsverfahren wie beispielsweise minimal-invasive Chirurgie (Schlüssellochtechnik oder Endoskopie), garantieren dem Patienten einen schonenden Eingriff und auch ein kosmetisch besseres Ergebnis.

Team der Klinik für Urologie und Kinderurologie
Das Team der Klinik für Urologie und Kinderurologie

Leistungsangebot

Innerhalb der Urologischen und Kinderurologischen Klinik werden Patienten mit nahezu allen urologischen Erkrankungen (bis auf Nierentransplantationen) einschließlich der urologischen Tumorerkrankungen behandelt. Die Untersuchungsverfahren beinhalten umfangreiche Labordiagnostik einschließlich der Urindiagnostik, Abdomensonographie und Urogenitalsonographie einschließlich sonographisch gesteuerter Punktionstechniken, diagnostische Endoskopien der Blase, Harnleiter und des Nierenbeckens, diagnostische Endosonographie der Prostata einschließlich Prostatastanzbiopsie.

Therapeutisch werden sonographisch gesteuerte Punktion- und Drainage Verfahren, interventionelle Video-Endoskopie einschließlich interner Drainageverfahren und die perkutane Nephroskopie durchgeführt. Innerhalb der Abteilung erfolgt die adjuvante und palliative Chemotherapie von Patienten mit urologischen Tumorerkrankungen. In Kooperation mit dem Institut für Radiologie und Nuklerarmedizin erfolgen die Befundungen der Bildgebenden und Funktionsdiagnostischen Untersuchungen des gesamten Urogenitalentraktes.


Zum weitergehenden Operativen Leistungsspektrum gehören:

  • Minimalinvasive Operationen
    (Schlüssellochtechnik an Niere, Harnleiter, Lymphknoten und Retroperitoneum)
  • nervenschonende radikale Prostataentfernung
  • Resektionen und Rekonstruktionen (entfernende und wiederherstellende Verfahren) an Blase und Harnleitern
  • Rekonstruktive Operationen am Penis
  • Moderne Endoskopieverfahren am Harnleiter
    (z.B. flexible URS mit Laserlithotrypsie)
  • Minimalinvasive Resektionsverfahren bei der benignen Prostatahyperlasie (z.B. mittels Vaporisation und Laser)
  • Operationen bei weiblicher und männlicher Harninkontinenz
  • ESWL-Steintherapie an Niere und Harnleiter
  • Palliative Chirurgie zur Verbesserung der Lebensqualität bei endgradigen Tumorerkrankungen
  • Operationen bei kindlichem vesikoureteralem Reflux und urogenitalen Fehlbildungen

Gesamtauflistung aller Verfahren:

  • Minimal-invasive transurethrale Resektionstechnik

    • Video-assistierte transurethrale Resektion (TUR-B)
    • Fluoreszenz-assistierte transurethrale Resektion (PDD)
    • Blasenerhaltende Zusatzbehandlungen (Instillationen)

  • Blasenersatzoperationen (funktionserhaltend = kontinenz und erektionserhaltend)

    • Blasenersatz mit Dünndarm und Harnröhrenanschluß
    • Darmersatzblase mit kontinentem Nabelanschluß
    • Darmblase mit Enddarmanschluß (Rektum-Pouch)
    • Inkontinente Harnableitungen (z.B. Ileum-Conduit)
    • Komplexe Revisionsoperationen
    • Chemo u. Immuntherapie des Blasen / Urothelkarzinoms
    • Instillationstherapie oberflächliches Blasenkarzinom
    • Chemotherapie des Blasenkarzinoms

  • Organerhaltende Nierentumorentfernung

    • Minimal-invasive laparoskopische OP-Technik
    • Offene Enukleationsresektion Nierentumor mit additiven Techniken
              Intraoperative Perfusion
              Intraoperative Hypothermie
              Intraoperative Ultraschallortung
              Intraoperative Schnellschnittsteuerung

  • Radikale Nierentumorentfernung

    • Minimal-invasive, laparoskopische OP-Technik
    • Offene Nierentumorentfernung

  • Nebennierentumore

    • Minimal-invasive laparoskopische OP-Technik
    • Offene Nebennierentumorentfernung

  • Inguinale Orchiektomie

    • Intraoperative Schnellschnittsteuerung
    • Bioptischer Ausschluß TIN Gegenhoden
    • Hodenprothese (fakultativ)

  • Nerverhaltende retroperitoneale Lymphadenektomie

    • Modifizierte oder radikale Lymphadenektomie
    • Salvage-Lymphadenektomie

  • Chemotherapie des Hodenkarzinoms
  • Offene Prostata-Adenom-Operationen

    • transvesikale Technik n. Freyer
    • retropubische Technik n. Millin

  • Minimal-invasive Harnröhrenoperationen

    • Endoskopische Inzision der Harnröhrenenge
    • Sicht-Inzision (Sachse-OP)
    • Geführte-Inzision (Otis-OP)

  • Offene Rekonstruktion mit End-zu-End-Anastomose
  • Rekonstruktion der Harnröhre mit freiem Gewebetransfer

    • Onlay-Mundschleimhaut-Technik
    • Sonstige Rekonstruktionstechniken (z.B. Spalthaut)

  • Spezielle Kinderurologische Sprechstunde und stationäre Versorgung in Zusammenarbeit mit der Kinderklinik
  • Funktionelle Störungen

    • Nächtliches Einnässen (Enuresis)
    • Sonstige Inkontinenz
    • Rezidivierende Harnwegsinfekte

  • Störungen der Hodenentwicklung

    • Fehlende Hodenanlage
    • Hodenhochstand (Maldeszensus)

  • Sonstige Störungen

    • Korrektur des männlichen Genitale (z.B. Phimose, Hypospadie)
    • Nierenbeckenabgangsenge (Stauungsniere)
    • Refluxerkrankung (endoskopische Refluxkorrektur)

  • Interdisziplinäre Inkontinenzssprechstunde
  • Auswahl der OP-Technik patientenindividuell
  • Operative Techniken Inkontinenz der Frau
  • Offene Steinchirurgie
  • Blasensteine

  • Vorsorge (Prophylaxe / Metaphylaxe bei Urolithiasis)
  • Rekonstruktion von Harnleiterdefekten

    • Harnleiterersatz durch Dünndarm
    • Harnleiterersatz durch rekonfigurierten Dickdarm
    • Künstlicher Harnleiterersatz (Prothese)

  • Korrekturoperationen bei Penisverkrümmungen
  • Antirefluxoperationen

    • Minimal-invasive Injektionstherapie
    • Offene Antirefluxoperation

  • Nierenbeckenabgangsenge

    • Minimal-invasive, laparoskopische Nierenbeckenplastik
    • Offene Korrekturoperation

  • Harnröhrenrekonstruktion
  • Impotenz – und Potenzstörungen
  • Postoperative Erektionsstörungen
  • Infertilität des Mannes

    • Abklärung endokrinologische Störungen

  • Erkrankungen des Penis

    • Dermatologische Erkrankungen
    • Penisverkrümmungen (z.B. IPP)
    • Schwellkörperdefekte

  • Chemo- und Immuntherapie des Blasenkarzinoms

    • Oberflächliches Blasenkarzinom
    • Systemische Chemotherapie des Blasenkarzinoms Hormon – und Chemotherapie des Prostatakarzinoms

  • Chemotherapie des Hodenkarzinoms
  • Medikamentöse Targettherapie des Nierenkarzinoms
  • Chemotherapie des Peniskarzinoms
  • Urinmarker und Urinzytologie
  • Fluoreszenzgestützte Endoskopie (PDD = photodynamische Diagnostik)
  • Transrektale Ultraschalldiagnostik
  • Transrektale sonographisch gesteuerte Biopsie der Prostata
  • C-ANA-TRUS (Computer gesteuerte Zielbiopsie Prostata) (in Vorbereitung)
  • Digitale Röntgenanlage
  • Urodynamische Messung Doppler- und farbcodierte Duplexsonographie
  • Berührungsfreie Steinzertrümmerung (ESWL)
  • Minimal-invasive Steinentfernung (transurethral)
  • Endoskopische Steinentfernung (URS(flexibel))
  • Verschiedene Techniken der Steinzertrümmerung (z.B. Laser/ Lithoklast)
  • Minimal-invasive Steinentfernung (perkutan - PNL)
  • Minimal-invasive, transurethrale Elektroresektion 

    • Monopolare Resektion
    • Bipolare Resektion
    • Vaporisationstechnik (TURIS)

  • Laser-gestützte Operationen der Prostata

    • Side-Fire-Laser-Vaporisation (Greenlight)

  • Vivostat (endogener intraoperativer Firbinkleber)
  • Sentinel-Lymphknoten-Technik (intraoperativ mit Gamma-Sonde)
  • Vorbereitung zur intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) des Prostatakarzinoms (Gold-Marker Implantation)
  • Minimal-invasive Implantation spannungsfreier Bänder (TVT, TOT)
  • Minimal-invasive Implantation spannungsfreier Vaginaler Netze (z.B. Perigee)
  • Transvaginale Stimulationstherapie
  • Injektion von Botulinumtoxin ProAct / Advance Band

Kontakt und Informationen

Chefarzt

Dr. Christian Eggersmann

Facharzt für Urologie, Spezielle urologische Chirurgie, Medikamentöse Tumortherapie, Fachliche Schwerpunkte sind die große Tumorchirurgie wie z.B. potenz-nervenerhaltende Prostatektomien und Zystektomien sowie kontinente Harnableitungen, aber auch die minimalinvasive Urologie und die operative Kinderurologie

Sekretariat und Information

Ruth Schürhaus

Sprechzeiten

  • Privatsprechstunde/Vorstellung zur Zweitmeinung Chefarzt Dr. Eggersmann:
    Mo. 15:30 - 18:00 Uhr und Di. 13:30 - 15:30 Uhr
    Mi. 09:00 - 12:30 Uhr und Do. 13.00 - 15.30 Uhr
  • Kinderurologische Zuweisungssprechstunde
    Chefarzt Dr. Eggersmann und Sina Schmidt:


    Donnerstag 10:30-15:30 Uhr
  • Inkontinenz Zuweisungssprechstunde Dr. med. Frank Mennigen:

    Mittwoch 14:00-16:30 Uhr

 

Ltd. Oberarzt

Mehmet Sevimli

Schwerpunkt Laparoskopie, Green-light Laser, fluoreszenzgestützte Blasentumordiagnostik-/Therapie
und  OP-Koordination

Ltd. Oberarzt

Dr. med. Frank Mennigen

Schwerpunkt Inkontinenz (Sprechstunde), flexible Endoskopie (flexible URS) Ansprechpartner für die Prostata-Selbsthilfegruppe Rheine

Oberärztin

Sina Schmidt

MHBA, FEBU (Fellow of the European Board of Urology), Fachärztin für Urologie, Schwerpunkt operative Kinderurologie und kindliche Blasenentleerungsstörungen, PJ-Studierendenbeauftragte der Westfälischen- Wilhelms Universität Münster am Mathias-Spital Rheine

Arzt

Markus Janning

Arzt

Norbert Lorenz

Arzt

Sebastian Heletta

Weiterbildungsprogramm Urologie

Klinik für Urologie und Kinderurologie, Mathias-Spital Rheine, Akademisches Lehrkrankenhaus, Universität Münster

Das Ausbildungsprogramm ist an das modulare Curriculum der GeSRU (German Society of Residents in Urology) angelehnt. Folgende Mindestanforderungen werden im Rahmen der Ausbildungsmodule (1- 9) vermittelt:

  • Modul 1: (Chirurgie I), Assistenz
  • Modul 2: Röntgen, Ultraschall, Prostatastanzbiopsien, Zystostomien
  • Modul 3: (Chirurgie II), kleine Eingriffe am äußeren Genitale
  • Modul 4: Urodynamik
  • Modul 5: ESWL
  • Modul 6: Zystoskopien, Anlage DJ-Ureterschienen, Anlage Tumorstents
  • Modul 7: (Chirurgie III) Nephrektomien, Laparotomien
  • Modul 8: transurethrale Resektionen
  • Modul 9: Ureterorenoskopien, perkutane Nephrolitholapaxien

Modul 1 (1-2. Ausbildungsjahr):
Richtzahl „1. Assistenz bei Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade“ = 50 OP’s  (25 Assistenzen pro Halbjahr innerhalb des 1-2. Jahres) sowie zusätzlich begleitend in den weiteren Ausbildungsjahren.
Modul 2 (1-3. Ausbildungsjahr):
Richtzahl an Ultraschalluntersuchungen = 500; Punktions- und Katheterisierungstechniken = 250; Harnleiterschienungen sowie Probengewinnungen (Biopsien) = 100
Modul 3 (1. + 2. Ausbildungsjahr):
Richtzahl der Eingriffe am äußeren Genitale = 100 (25 Eingriffe pro Halbjahr des 1. und 2. Ausbildungsjahres)
Modul 4 (2.-5. Ausbildungsjahr):
Richtzahl  Urodynamik = 50 (6-7 Urodynamiken pro Halbjahr innerhalb des 2.-5. Ausbildungsjahres)
Modul 5 (1-3. Ausbildungsjahr):
Richtzahl ESWL = 100 (25 ESWL pro Halbjahr innerhalb des 1. - 3. Ausbildungsjahres)
Modul 6 (2. + 3. Ausbildungsjahr):
Richtzahl der Punktions- und Katheterisierungstechniken, Harnleiterschienungen sowie Probengewinnung = 200 (25 Eingriffe pro Halbjahr im 2. und 3. Ausbildungsjahr)
Modul 7 (3. + 4. Ausbildungsjahr):
Richtzahl der Eingriffe am Harnleiter, Retroperitoneum (Niere) offen chirurgisch = 50 (6-7 Eingriffe pro Halbjahr innerhalb des 3. + 4. Ausbildungsjahres)
Modul 8 (3. - 5. Ausbildungsjahr):
Richtzahl der transurethralen Eingriffe an Harnblase und Prostata = 100 (15-17 Eingriffe pro Halbjahr innerhalb des 3.- 5. Ausbildungsjahres)
Modul 9 (4. + 5. Ausbildungsjahr):
Richtzahl der Endoskopische Eingriffe an Harnleiter, Retroperitoneum (Niere) = 50 (6 – 7 Eingriffe pro Halbjahr des 4. + 5. Ausbildungsjahres)

Mögliche Vertiefungsmodule (3.-5. Ausbildungsjahr):

Modul 10:
Erlernen  der medikamentösen Tumortherapie A)intravesikale InstillationstherapienB)intravasale ChemotherapieC) orale Tumortherapie
Modul 11:
Erlernen der Kinderurologie (konservativ und operativ)
Teilnahme  interdisziplinären pädiatrischen Fallkonferenz


Folgende Zusatzmodule sind in die urologische Facharztausbildung integriert:

Modul 12: Erlernen der onkologischen Urinzytologie
Modul 13: Erlernen selbständige Begutachtung (Begutachtungswesen)
Modul 14: Erlernen differenzierte urologische Röntgendiagnostik
Modul 15: Teilnahme  interdisziplinäre Tumorkonferenzen
Modul 16: Erlernen der Basiskenntnisse Andrologie
Modul 17: Erlernen der Basiskenntnisse Urogynäkologie  (Kontinenzzentrum)
Modul 18: Erlernen der Grundkenntnisse Laboratoriumsdiagnostik
Modul 19: Erlernen der Basiskenntnisse mikrobiologische Diagnostik
Modul 20: Erlernen der ambulanten Notfallversorgung
Modul 21: Erlernen der prästationären Diagnostik und Vorbereitung
Modul 22: Erlernen d. strukturierten Patientenaufklärung (OP-Vorbereitung)
Modul 23: Erlernen der Grundlagen der psychosozialen Betreuung (psycho-onkologische Visite)
Modul 24: Exterene Fortbildungen z.B. 2 x jährlich Teilnahme an reg. / überregionalen Kongressen,1x Monat Qualitätszirkel