Nuklearmedizin

In diesem eigenständigen medizinischen Fachgebiet werden kleine Mengen radioaktiver Stoffe zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Schwerpunkte der Abteilung:
Es werden alle gängigen nuklearmedizinischen Untersuchungen durchgeführt. Durch enge Kooperation mit den Überweisern wird darauf geachtet, dass die jeweilige Untersuchung auch wirklich für die Abklärung der Erkrankung oder Beschwerden geeignet ist. Außerdem wird überprüft, ob auch keine Beeinflussung durch Medikamente oder andere Untersuchungen vorliegt, die das Untersuchungsergebnis beeinflussen könnte. So kann die Nuklearmedizin einen wertvollen Beitrag zur Diagnose und Verlaufskontrolle von vielen Erkrankungen leisten.

Diagnostik

Mit der Szintigraphie ist es möglich, Aussagen über die Funktion eines Organs zu treffen. Die für die Szintigraphie verabreichten Substanzen bestehen aus einem Stoff, der vom Körper in den Stoffwechsel eingebaut wird, diesen aber nicht verändert. Dieser Stoff wird radioaktiv markiert und mit einer sehr empfindlichen Kamera (Gammakamera) aufgespürt und zu einem Bild verarbeitet.

Die radioaktiven Stoffe , die für diese Diagnostik eingesetzt werden, haben eine kurze Halbwertszeit; dies bedeutet ein schnelles Abklingen der Strahlung. Daher ist die Strahlenbelastung bei der Szintigraphie in der Regel nicht höher als bei anderen diagnostischen Untersuchungsverfahren, z. B. der Computer-Tomographie.

Nuklearmedizin

Das Spektrum der Untersuchungen umfasst folgende Organe:

  • Skelett-System (Knochen)
  • Schilddrüse
  • Niere
  • Herz
  • Lunge

Außerdem werden verschiedene Spezialverfahren durchgeführt:

  • Rezeptor-Szintigraphie des Gehirns (Hirn-SPECT):
    Ähnlich der Computertomographie kann das Gehirn mit diesem Verfahren in einzelnen Schichten darstellt werden. Mit dieser Untersuchung lassen sich Frühformen der Parkinson-Erkrankung erfassen und Informationen für die medikamentöse Therapie gewinnen.
  • Lymphszintigraphie:
    Schwach radioaktiv markierte Nanokolloide werden unter die Haut gespritzt. Diese fließen über die Lymphgefäße ab.Beim Brustkrebs kann mit diesem Verfahren der Wächter-Lymphknoten (Sentinel Node) bestimmt werden. Dieser wird bei der Operation mit einer Sonde aufgesucht und entfernt. Wenn der Wächter-Lymphknoten nicht vom Tumor befallen ist, brauchen keine weiteren Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden - dadurch wird die Gefahr eines Arm-Lymph-Ödems deutlich geringer.
    Bei der Funktionslymphszintigraphie der Arme und Beine kann die Funktion des Lymphsystems überprüft werden. Durch eine standardisierte Belastung der Beine auf dem Laufband sowie der Arme mittels Drücken von Bällen können die Ergebnisse verläßlich mit Normkollektiven verglichen werden. Hierzu ist auch eine Zerfalls- und Schwächungskorrektur der Ergebnisse erforderlich.
Laufband
Standardisierte Belastung auf dem Laufband für die Funktionslymphszintigraphie der Beine

Positronen-Emissions-Therapie (PET-CT)

Dieses Verfahren wird seit Beginn der 90er Jahre angewandt; es hat sich zu einem äußerst wichtigen Instrument in der Krebsdiagnostik entwickelt. Hierbei wird die Tatsache genutzt, dass Krebsherde im Verhältnis zu normalem Gewebe einen veränderten Zuckerstoffwechsel aufweisen. Dadurch lassen sich gutartige von bösartigen Tumoren unterscheiden. Ebenso verrät das Verfahren, wie weit sich ein Krebsleiden ausgebreitet hat. Daraus lassen sich wichtige Empfehlungen für die Therapie ableiten. Das seit 2009 eingesetzte moderne PET-CT von Siemens (Biograph 6) hat eine Auflösung von ca. 4 mm. Durch das erweiterte Aufnahmefeld kann die Untersuchungszeit auf ca. 20 Minuten verkürzt werden.
Der Flyer im Anhang (PDF-Format) enthält weitere Informationen über die PET-CT Untersuchung.

Von 1998 bis 2008 wurde schon ein reines PET-Gerät betrieben, so dass die Mitarbeiter langjährige Erfahrung in der PET-Diagnostik haben. Mit dem seit Januar 2009 installierten PET/CT werden ca. 500 Untersuchungen pro Jahr durchgeführt. Der Chefarzt ist Inhaber des PET-Zertifikats, welches von der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin vergeben wird. Hierdurch wird dokumentiert, dass der Inhaber die Voraussetzungen zur Durchführung der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) entsprechend den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin erfüllt.

Therapie

Die Radiojod-Therapie wird gegen eine Schilddrüsenüberfunktion und gegen Schilddrüsenkrebs eingesetzt. Sie wird mit radioaktivem Jod durchgeführt. Dieses radioaktive Jod sendet eine Beta-Strahlung aus, die im Gewebe nur eine Reichweite von wenigen Millimetern hat. So kann gezielt das kranke Gewebe zerstört und gesundes Gewebe geschont werden.

Die Radiojod-Therapie gilt als risikoarme und bewährte Methode. Sie wird schon seit den 1940 iger Jahren durchgeführt. Die Radiojodtherapiestation im Mathias-Spital wird seit 1999 betrieben.
Inzwischen wurden schon ca. 3500 Patienten behandelt. Bei der Radiojodtherapie nach operiertem differenziertem Schilddrüsenkrebs wird auch das gentechnisch hergestellte TSH (Thyrogen) eingesetzt um die Patienten vor einer belastenden Unterfunktion zu bewahren.

Nach der Radiojodtherapie von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen wird eine Kontrolle nach 4-6 Monaten durchgeführt. Bei Problemen mit der medikamentösen Einstellung kann eine telefonische Beratung durchgeführt werden. Nach der Therapie von Schilddrüsenkrebs wird eine stationäre Kontrolle nach 6 Monaten und anschließend eine lebenslange ambulante Nachsorge durchgeführt.
Für die Nachsorgeuntersuchungen liegt eine KV Ermächtigung vor (bitte Überweisungsschein mitbringen).

Neben der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen führen wir auch eine Schmerztherapie von Knochenmetastasen bei Krebserkrankungen durch. Dies ist eine gute Möglichkeit, Schmerzen zu lindern, wenn Schmerzmittel alleine nicht ausreichen. Der schmerzlindernde Effekt tritt bereits nach einer Woche ein und hält im Mittel vier Monate an.

Therapiestation

Die modern eingerichtete Therapiestation hat zwei Doppel- sowie ein Einbettzimmer; die Patienten haben einen schönen Ausblick zum Park des Krankenhauses. Da die Patienten für einige Tage die Station nicht verlassen dürfen und auch keinen Besuch empfangen können, sind natürlich Radio und Fernsehen vorhanden. Mit dem eigenen Laptop und LAN-Kabel kann das Internet genutzt werden. Auf dem Stationsflur steht ein Ergometer zur Verfügung, in der Teeküche kann in begrenztem Umfang geraucht werden.

Team der Radiojodtherapiestation
Team der Radiojodtherapiestation
Patientenzimmer
Patientenzimmer
Sitzecke
Sitzecke
Teeküche
Teeküche
Flur Therapiestation
Flur Therapiestation

Schilddrüsen-Sprechsstunde

In der Schilddrüsen-Sprechstunde werden Vor- und Nachuntersuchungen zur Radiojod-Therapie durchgeführt und die Therapie mit den Patienten besprochen.
Vor der Radiojod-Therapie erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse sowie eventuell eine aktuelle Bestimmung der Schilddrüsen-Hormonwerte. Für die Berechnung der für jeden Patienten erforderlichen individuellen Therapiedosis ist außerdem ein so genannter Radiojod-Test erforderlich:
Hierfür wird eine Testkapsel mit einer kleinen Menge radioaktiven Jods verabreicht und 24 Stunden später eine entsprechende Messung durchgeführt. 

Die Vorbereitung der Radiojodtherapie wird vorstationär durchgeführt.
Hierfür bitte schon die Einweisung vom Hausarzt mitbringen. Der stationäre Aufnahmetermin wird mit Ihnem bei der ambulanten Vorstellung festgelegt. Dieser ist in der Regel montags. In den meisten Fällen können Sie donnerstags oder freitags wieder entlassen werden.

Der Flyer im Anhang (PDF-Format) enthält weitere Informationen über die Vorbereitungen für die Radiojod-Therapie sowie über die Therapiestation.

Ansprechpartner ärztlicher Dienst

Simona Schlee
Sabrina Ernsting
  • Sekretariat
    Bürozeiten:
    8:00 Uhr bis 16.30 Uhr
    mittwochs 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
    freitags 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr
    Frau Simona Schlee
    Frau Sabrina Ernsting

    05971 / 42-1850
    05971 / 42-31850
    sekretariat.nuklearmedizin(at)mathias-spital.de
  • Privat-Sprechstunde Chefarzt Dr. Rüther
    Nach telefonischer Terminvereinbarung über das Sekretariat

Ansprechpartnerinnen Pflegedienst

  • Radiojod-Therapiestation Stationsleiterin Station E1
    Anja Stegemann
    05971 / 42-1852