Frauenheilkunde

Das Gebiet der Frauenheilkunde umfasst neben der allgemeinen Gynäkologie die

  • gynäkologische Onkologie (Krebserkrankungen bei der Frau)
  • plastische Chirurgie in der Gynäkologie
  • Senologie (Brustheilkunde)
  • Urogynäkologie (Kontinenzerhaltende Medizin)

In der Frauenklinik des Mathias-Spitals werden sämtliche diagnostische Verfahren und Therapiemöglichkeiten aus diesen Gebieten der Frauenheilkunde angeboten. Auf den folgenden Seiten erhalten Sie weitere Informationen zu den einzelnen Bereichen.

Station E5 / B3

Station E5

Auf der Station E5 stehen Ihnen neben den normalen Zweibettzimmern im Wahlleistungsbereich weitere geräumige und komfortabel ausgestattete Ein- und Zweibettzimmer zur Verfügung. Hier erhalten Sie zusätzlich zum Telefonanschluss und TV/Radio einen Internetzugang am eigenen Bett.

Unser Pflegekonzept „Primärschwester“

Wir wollen, dass Sie die bestmögliche Pflege bei uns erhalten.
Um eine individuelle Pflegeplanung für Ihren Aufenthalt bei uns zu erstellen, benötigen wir daher Informationen über Ihren Gesundheitszustand und Ihre Lebensgewohnheiten. Deshalb haben Sie während Ihres stationären Aufenthaltes eine feste Ansprechpartner, Ihre „Primärschwester“. Diese hilft Ihnen durch kompetente Pflege, Beratung und Begleitung während des gesamten Aufenthaltes.

Station B3

Die B3 ist unsere Kurzliegerstation. Wie der Name schon sagt, werden hier die Patientin betreut, deren Behandlung einen nur kurzen Aufenthalt von drei bis vier Tagen erfordert.Die Station ist unter folgender Telefonnummer erreichbar: 05971 42-1530.

Station E5 Frauenklinik

Allgemeine Gynäkologie

Häufige Krankheitsbilder

Blutungsstörungen und Myome

Neben hormonellen können auch organische Ursachen hinter unregelmäßigen, zu starken oder zu häufigen Blutungen aus der Gebärmutter stecken. In der Regel klärt man diese zunächst mittels einer Gebärmutterspiegelung und anschließenden Ausschabung (s. u.) der Gebärmutterschleimhaut ab. Der Eingriff dauert 15 bis 20 Minuten und kann in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden. Dieser hilft uns und Ihrem Frauenarzt dann weiter bei der Festlegung einer evtl. notwendigen weiteren Therapie. Manchmal ist im Verlauf eine Gebärmutterentfernung ratsam (s. u.).

Eine häufige organische Ursache für Blutungsstörungen sind sogenannte Myome. Dies sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter, die unter Hormoneinfluss wachsen können. Sie können neben Blutungen auch Druckgefühl im Unterbauch, Blasenentleerungsstörungen oder Schmerzen verursachen und sind manchmal auch für ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich.

Ihre Frauenärztin kann zunächst versuchen, die Myome medikamentös zu behandeln. Damit wird meist nur das Weiterwachsen für eine gewisse Zeit unterdrückt. Die Entfernung von Myomen durch sog. Embolisation (röntgengesteuert) oder durch Hochfrequenz-Ultraschall ist nur in bestimmten Fällen möglich und nicht immer erfolgreich.

Bei Kinderwunsch können wir Ihnen eine gebärmuttererhaltende Myom-Entfernung anbieten. Alternativ ist die Entfernung der Gebärmutter möglich (s. u.).

Eierstockzysten und gutartige Eierstocktumore

Die meisten Eierstockzysten sind harmlos und verschwinden nach einiger Zeit wieder von selbst. Manchmal können solche Flüssigkeitsansammlungen im Eierstock unter hormonellen Einflüssen jedoch auch in ihrer Größe zunehmen und Beschwerden verursachen (z. B. Schmerzen im Unterbauch, Druckgefühl oder Blasenentleerungsstörungen).

Die schonendste Behandlung solcher Zysten erfolgt durch ihre Entfernung per Bauchspiegelung. Wenn möglich, wird die Zyste unter Schonung des Eierstocks entfernt. Bei suspekt erscheinenden Befunden kann jedoch auch die Entfernung des gesamten Eierstocks ratsam sein. In der Regel kann solch ein Eingriff, der meist nicht länger als 60 Minuten dauert, ambulant erfolgen.

Unklare Unterbauchschmerzen und Verwachsungsbeschwerden

Chronische Unterbauchschmerzen können ein großes Problem im Alltag darstellen. Unter Umständen ist in diesen Fällen eine diagnostische Bauchspiegelung notwendig, um nach organischen Ursachen für die Schmerzen zu fahnden. Dabei gibt es manchmal Verwachsungen von Unterbauchorganen mit der Bauchwand, zum Beispiel verursacht durch Voroperationen oder Entzündungen.

Es gelingt allerdings nicht immer, eine Ursache zu finden. In solchen Fällen ist entweder weiterführende Diagnostik notwendig oder an die Möglichkeit einer psychosomatischen Ursache der Beschwerden zu denken.

Ungewollte Kinderlosigkeit

Wenn der Wunsch nach einer Schwangerschaft unerfüllt bleibt, kann dies eine große Belastung sein. In der Regel werden Sie bei solch einer Problematik bereits intensiv durch Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt betreut. Neben hormonellen, psychologischen und immunologischen Ursachen kann eine ungewollte Kinderlosigkeit auch durch organische Gründe bedingt sein. Dazu gehören zum einen Fehlbildungen der Gebärmutter, Myome (s. o.), Eileiterverschluss (z. B. durch vorangegangene Entzündungen) oder die Endometriose (s. u.).

Um solche organische Ursachen einer nicht eintretenden Schwangerschaft ausschließen zu können, bieten wir Ihnen eine diagnostische Bauchspiegelung an. Hier kann in Kombination mit der sogenannen Chromopertubation die Durchgängigkeit beider Eileiter geprüft werden. Außerdem wird in gleicher Sitzung die Gebärmutterhöhle gespiegelt, um dort befindliche Ursachen ausschließen zu können. Dieser Eingriff dauert ca. 30 bis 45 Minuten und kann in der Regel ambulant erfolgen.

Endometriose

Bei dieser Erkrankungen handelt es sich um versprenkelte Gebärmutterschleimhaut, die sich außerhalb der Gebärmutter befindet. Eine Ursache ist bis heute nicht sicher bekannt. Am häufigsten findet man solche Schleimhautherde im Bereich des Bauchfells im Unterbauch, im Bereich der Eierstöcke oder in der Gebärmuttermuskulatur (Adenomyosis uteri interna). Manchmal gibt es Endometriose aber auch in anderen Organen wie der Harnblase oder im Bindegewebe zwischen der Gebärmutter und dem Enddarm.

Dadurch dass diese Schleimhautherde auch auf die weiblichen Geschlechtshormone reagieren, kommt es bei jeder Menstruationsblutung zu immer wieder auftretenden Schmerzen durch die Blutung der Endometrioseherde mit nachfolgender Reizung der sie umgebenden Strukturen. Dies führt langfristig zu einer ausgeprägten Entzündungsreaktion des gesamten kleinen Beckens und kann zu weitreichenden Veränderungen der inneren Geschlechtsorgane führen. Folgen können ungewollte Kinderlosigkeit oder chronische Schmerzen sein.

Die Behandlung erfolgt zum einen operativ, indem man per Bauchspiegelung möglichst alle Endometrioseherde aufspürt und entfernt, zum anderen ist bei ausgeprägten Befunden meist eine nachfolgende medikamentöse Behandlung durch den Frauenarzt notwendig.

Fehlgeburten und Eileiterschwangerschaften

Es kommt vor, dass eine Schwangerschaft nicht intakt ist und ihre Frauenärztin oder ihr Frauenarzt in einer Kontrolluntersuchung bemerkt, dass kein Herzschlag des Embryos im Ultraschall sichtbar ist und dieser nicht richtig wächst. Meistens wendet die Patientin sich aber auch mit bereits eingetretenen Beschwerden wie Schmerzen im Unterleib oder einsetzenden vaginalen Blutungen in der Frühschwangerschaft an ihren Frauenarzt.

Wenn die Diagnose gesichert ist, müssen wir in vielen Fällen zu einer Ausschabung der Gebärmutter raten, um starke Blutungen oder Entzündungen der Gebärmutter zu vermeiden. Der Eingriff dauert ca. 10 Minuten und wird sehr organschonend durchgeführt. In der Regel ist er ambulant durchführbar.
Falls Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt keine Schwangerschaft in der Gebärmutter feststellen kann, obwohl das Schwangerschaftshormon (ß-HCG) positiv ist, muss unbedingt eine Eileiterschwangerschaft (EUG = Extrauteringravidität) ausgeschlossen werden. Diese kann zu schweren Blutungen in die Bauchhöhle führen und erfordert daher evtl. die Durchführung einer Bauchspiegelung.

Entzündungen am äußeren Genitale

Am äußeren Genitalbereich gibt es einige Drüsen, die wichtige Funktionen haben, sowie Haarfollikel. Diese Strukturen können sich durch Bakterien spontan entzünden und zu einer Abszessbildung (abgekapselter Eiterherd) führen. Dies verursacht vor allem ausgeprägte Schmerzen. Die Behandlung besteht in einer Eröffnung der Abszesshöhle, um die Entzündung zu entlasten. Diese Eingriffe führen wir in Narkose durch. Sie dauern ca. 10 Minuten und sind meist ambulant durchführbar. Anschließend wird aus Desinfektionsgründen meist eine Jodtamponade in die Entzündungsstelle gelegt.

Operationsspektrum

Minimal invasive Eingriffe = Schlüssellochchirurgie

LASH und TLH

Die Entfernung der Gebärmutter kann heutzutage auf unterschiedliche Weise erfolgen. Der klassische Bauchschnitt ist dabei nur noch selten notwendig. Daneben gibt es die Möglichkeit, die Gebärmutter von der Scheide aus zu entfernen. Routinemäßig wenden wir in unserer Klinik die modernen Verfahren per Bauchspiegelung an. Dabei sind grundsätzlich zwei Verfahren zu unterscheiden:

  • LASH = Laparoskopisch assistierte suprazervikale Hysterektomie

Dies ist die Entfernung des Gebärmutterkörpers unter Erhalt des Gebärmutterhalses. Vorteile dieses Verfahrens sind der Erhalt der Bandstrukturen des Beckenbodens, die vor allem der Scheide, der Harnblase und dem Enddarm Stabilität verleihen. Manche Patientinnen wünschen den Erhalt des Gebärmutterhalses auch aus Gründen der sexuellen Appetenz. Zudem geht die Erholung nach der Operation sehr schnell.

Es kann allerdings nach der Operation aus dem Gebärmutterhals noch zu periodischen leichten Blutabgängen in Form von Schmierblutungen kommen. Wichtig ist außerdem, dass Sie weiterhin die Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt in Anspruch nehmen.

Die LASH dauert ca. 60 Minuten und ist meist mit einem stationären Aufenthalt von drei bis vier Tagen verbunden.

Diagnostische oder operative Bauchspiegelung

  • Bauchspiegelung bei Kinderwunsch
  • Entfernung von Eierstockzysten
  • Entfernung von Verwachsungen

Gebärmutterspiegelungen und Gebärmutterausschabungen

Grund für die Durchführung einer Gebärmutterspiegelung mit nachfolgender Ausschabung ist meist eine Blutungsstörung. Dies können zum einen Dauerblutungen vor den Wechseljahren sein oder auch Blutungen, obwohl die Wechseljahre bereits erfolgt sind. Diese sind immer abklärungsbedürftig. Von der Gebärmutterhöhle wird eine Fotodokumentation angefertigt und die anschließend gewonnene Schleimhaut durch den Pathologen untersucht. Das feingewebliche Untersuchungsergebnis besprechen Sie dann mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt. Evtl. sind weitere Nachbehandlungen erforderlich.

Schleimhautverödung (Endometriumablation)

Bei einer gutartigen Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, die zu verstärkten oder lang andauernden Blutungen führen kann, können wir Ihnen die Verödung dieser Schleimhaut unter Erhalt der Gebärmutter anbieten. Wir verwenden dabei das sog. ThermaChoice-System:

  • Ein kleiner, flexibler Ballon, der an einem dünnen Katheter (Röhrchen) angebracht ist, wird durch Scheide und Gebärmutterhals geführt und vorsichtig in der Gebärmutter platziert. Es ist kein Operationsschnitt erforderlich. Der Ballon besteht aus Silikonmaterial, was bei Frauen mit Latexempfindlichkeit das Risiko einer Allergie vermeidet.
  • Der Ballon wird mit Flüssigkeit gefüllt, bis er dieselbe Größe und Form wie die Gebärmutter hat.
  • Dann wird die Flüssigkeit im Ballon erwärmt und die Temperatur für acht Minuten aufrecht erhalten, während die Gebärmutterschleimhaut behandelt wird.
  • Nach Beendigung der Behandlung wird die gesamte Flüssigkeit aus dem Ballon abgelassen und der Katheter entfernt. Es bleibt nichts in der Gebärmutter zurück. Die behandelte Gebärmutterschleimhaut wird im Verlauf der nächsten sieben bis zehn Tage abgestoßen wie bei einer Monatsblutung.

Kleine vaginale Operationen

Die häufigsten Eingriffe am äußeren Genitale sind die Behandlungen von Abszessen. Daneben bieten wir Ihnen aber auch die Durchführung von Narbenkorrekturen oder die Probeentnahme bei suspekten Hautbefunden an.

Gynäkologische Onkologie / Dysplasie-Sprechstunde

Behandlung von Veränderungen am Gebärmutterhals (Dysplasien)

Die regelmäßige Abstrichuntersuchung bei Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt dient der Früherkennung von Veränderungen am Gebärmutterhals. Dabei werden solche Veränderungen mithilfe eines Scores widergegeben. Bei wiederholt suspektem Score (PAP IIID oder höher) ist eine Probe-Entnahme aus dem betreffenden Bezirk und Lupenvergrößerung (Kolposkopie) erforderlich. Diese kann ambulant durchgeführt werden und ist gut verträglich. Wir bieten eine solche Abklärung im Rahmen unserer Dysplasiesprechstunde an.

Wenn in der entnommenen Probe höhergradige Veränderungen des Gebärmutterhalses gefunden werden, aus denen Krebs entstehen könnte, ist eine Konisation anzuraten. Hierbei wird ein kegelförmiges Stück aus dem Gebärmutterhals geschnitten, um die suspekten Bezirke zu entfernen.

In unserer Klinik wird dieser Eingriff in der modernen Variante der LEEP = Loop electrical excision procedure durchgeführt. Dabei wird der Konus (kegelförmiges Stück) mit einer elektrischen Schlinge entnommen. Dies führt gleichzeitig zur sofortigen Blutstillung und schnellen Abheilung der Wundfläche. Der Eingriff wird unter Narkose vorgenommen, dauert ca. 15 Minuten und ist in der Regel ambulant durchführbar.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Der Gebärmutterhalskrebs ist der weltweit zweithäufigste Tumor der Frau. In Deutschland ist er durch die jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt zum Glück selten geworden. Das Durchschnittsalter bei Erkrankung liegt bei 45 bis 55 Jahren. Hauptursache ist ein langjähriger Kontakt mit Humanen Papillomviren (HPV), die im Bereich des Gebärmutterhalses existieren können und dort zu Zellveränderungen führen. Mit der Einführung der Impfung gegen die gefährlichsten dieser Viren (HPV 16 und 18) wird die Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses wahrscheinlich weiter abnehmen.

Ist die Diagnose dieser Krebserkrankung jedoch bereits gestellt worden, muss über einen Bauchschnitt eine Entfernung der Gebärmutter, beider Eileiter und evtl. auch beider Eierstöcke sowie eines kleinen Teils der Scheide durchgeführt werden (Operation nach Wertheim). Komplettiert wird dieser Eingriff durch Entfernung von Lymphknoten entlang der Beckengefäße und evtl. auch entlang der Bauchschlagader. Wir entwickeln derzeit die Möglichkeit einer Durchführung dieses Eingriffs per Bauchspiegelung, die mit der gleichen Sicherheit durchführbar ist.

Nach der Operation ist je nach Fortschritt der Erkrankung eine weitere Behandlung notwendig. Dies umfasst vor allem eine Bestrahlung des kleinen Beckens und manchmal auch eine Chemotherapie.

Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)

Diese Erkrankung nimmt ihren Ursprung in der bösartigen Veränderung von Zellen der Gebärmutterschleimhaut und betrifft meist Frauen zwischen 55 und 65 Lebensjahren. Erstes Symptom ist meist eine atypische Blutung aus der Gebärmutter. Danach folgt dann eine Gebärmutterspiegelung und anschließende Ausschabung, über die die Diagnose gesichert werden kann.
Die Behandlung erfordert eine Entfernung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken und je nach Befund und Typ des Krebses evtl. auch eine Entfernung der Lymphknoten.

Die Nachbehandlung besteht je nach Befund vor allem aus der Bestrahlung des kleinen Beckens und zunehmend auch aus Chemotherapie, die in den letzten Jahren einen stärkeren Stellenwert in der Behandlung des Endometriumkarzinoms erlangt.

Eierstock-/Eileiterkrebs (Ovarial-/Tubenkarzinom)

Das Durchschnittsalter bei Erkrankung an Eierstockkrebs beträgt 69 Jahre. Man kann es mit dem Krebs des Eileiters zusammenfassen, da es mittlerweile Erkenntnisse gibt, dass diese Krebserkrankung wahrscheinlich ihren Ursprung an den Eileitern nimmt und auf die Eierstöcke übergreifen kann. Leider wird diese Erkrankung meist spät entdeckt, weil erst spät Symptome auftreten. Am häufigsten beklagen die Patientinnen Gewichtsabnahme bei gleichzeitiger Vermehrung des Bauchumfanges sowie Veränderungen der Stuhlgewohnheiten.

Besteht ein dringender Verdacht auf ein Ovarialkarzinom ist eine umfangreiche Operation ratsam. Da sich diese Krebserkrankung wie eine Art Entzündung im Bauch ausbreiten kann, ist es wichtig, dass alle möglichen betroffenen Stellen entfernt werden. Dies geht mit einer ausgedehnten Operation einher, die die Entfernung von Gebärmutter, Eileitern, Eierstöcken, Blinddarm, großem Netz, Teilen des Bauchfells, evtl. auch Teilen der Harnblase und des Darmes sowie der Lymphknoten entlang der Bauchschlagader und der Beckengefäße erforderlich macht. Anschließend ist eine Überwachung auf der Intensivstation in der Regel notwendig.

Die Weiterbehandlung besteht immer in der Gabe einer Chemotherapie mit Paclitaxel und Carboplatin, welches zusammen sechs Mal im Abstand von drei Wochen verabreicht wird. Bei fortgeschrittenen Befunden kann dies durch Bevacizumab kombiniert werden.

Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)

Eine Krebserkankung im Bereich der Scheide ist relativ selten und betrifft meist ältere Frauen. Auch Melanome, also bösartiger schwarzer Hautkrebs, kann in der Scheide vorkommen. Die Behandlung besteht in der lokalen Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand unter möglichst weitgehender Schonung der benachbarten Strukturen. Manchmal ist es jedoch notwendig, auch Teile des Enddarms oder der Blase zu entfernen. Zudem müssen die Lymphknoten entlang der Beckengefäße und in den Leisten mitbeurteilt werden. Die Nachbehandlung zieht in der Regel eine Bestrahlung nach sich. Eine Chemotherapie kann bei fortgeschrittenen Befunden empfehlenswert sein.

Krebs der äußeren Geschlechtsorgane (Vulvakarzinom)

Das Karzinom des äußeren Genitale kann verschiedene Ursachen haben. Es gibt auto-immune Veränderungen der Haut, die langfristig entarten können. Dies betrifft meist ältere Frauen. Zunehmend werden jedoch auch Veränderungen bei jungen Frauen bemerkt, die sog. Mittel-Linien-Karzinome aufweisen (im Bereich zwischen der Klitoris und der Harnröhrenöffnung). Symptome sind zum Beispiel Kontaktblutungen oder Juckreiz in diesem Bereich. Als Ursache werden auch hier Humane Papillomviren (HPV) vermutet.

Die Behandlung erfolgt durch Entfernung des Tumors. Diese muss je nach Ausdehnung des Befundes mehr oder weniger ausgedehnt erfolgen. Wichtig ist die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum Gesunden. Unter Umständen muss bei größeren Defekten eine plastische Deckung mit Haut und Unterhaut vom Oberschenkel oder Gesäß erfolgen. Zudem ist eine Entnahme von Lymphknoten der Leiste notwendig. Nachfolgend ist meist eine Bestrahlung durchzuführen, manchmal jedoch auch eine Immuntherapie oder Chemotherapie notwendig.

Plastische Operationen

Gern beraten wir Sie individuell zu folgenden Operationen:

  • Brustvergrößerung (Mamma-Augmentation)
  • Brustverkleinerung (Reduktions-Mastopexie)
  • Bruststraffung
  • Brustangleichung
  • Bauchdeckenstraffung
  • Narbenkorrekturen an der Bauchwand, am äußeren Genitale
  • Schamlippenkorrekturen

Ambulante Operationen

Durch die Entwicklung neuer Operationstechniken und Verbesserungen der Narkosetechniken haben wir die Möglichkeit, viele gynäkologische Eingriffe ambulant durchzuführen.

Hier werden insbesondere endoskopische Operationstechniken eingesetzt (Laparoskopien/Bauchspiegelungen, Schlüsselloch-Chirurgie, Hysteroskopien/ Gebärmutterspiegelungen), welche einen wesentlichen Schwerpunkt der Frauenklinik darstellen. Diese endoskopischen Eingriffe bedeuten für die meisten Patientinnen eine wesentlich geringere körperliche Belastung und eine schnellere Erholung.

Beispiele für endoskopische Operationen, die ambulant durchgeführt werden können:

  • Abklärung der ungewollten Kinderlosigkeit (Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit)
  • Abklärung unklarer Unterbauchbefunde per Bauchspiegelung
  • Entfernung von Eierstockzysten, Verwachsungen per Bauchspiegelung
  • Abklärung unklarer Blutungsstörungen per Gebärmutterspiegelung
  • Sterilisation
  • Gebärmutterspiegelung und Ausschabung
  • Schleimhautverödung in der Gebärmutter
  • Entfernung von Spiralen
  • Versorgung von Zysten und Abszesses der äußeren Geschlechtsorgane
  • Entfernung von kleinen gutartigen Brusttumoren
  • Narbenkorrekturen (z. B. nach Kaiserschnitt-Operationen)
  • Plastische Korrekturen der äußeren Geschlechtsorgane

Patienteninformation für ambulante Operationen

Ihr Frauenarzt hat bei Ihnen die Indikation zu einer ambulanten Operation gestellt und Ihnen dafür eine Überweisung ausgestellt. Den Termin können Sie über Ihren Frauenarzt/Frauenärztin oder direkt im Sekretariat der Frauenklinik (05971 42-1901) bestimmen.