Chirurgische Behandlung an Speiseröhre und Magen

Therapie bei Refluxbeschwerden (Sodbrennen)

Die gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD) geht v.a. mit Sodbrennen einher und lässt sich heutzutage gut durch Ernährungsveränderung, Lagerung (Schlafen mit erhöhtem Oberkörper) und ggf. säureblockenden Medikamenten behandeln. Eine Indikation zur Operation besteht dann, wenn die Symptome unter o.g. Massnahmen nicht besser werden, die lebenslange Einnahme der Medikamente nicht gewünscht oder zu Nebenwirkungen führt oder das Aufstoßen zum Verschlucken und damit zur Beeinträchtigung der Atemwege führt. Zur operativen Behandlung steht die Fundoplicatio (=Manschettenbildung am Eingang zum Magen) mit Einengung der Durchtrittsstelle am Zwerchfell (=Hiatoplastik) als Standardeingriff in der Regel laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) zur Verfügung. Zuvor bedarf es allerdings einer differenzierten Funktionsdiagnostik, wie sie in unserer Medizinischen Klinik I angeboten wird, um Bewegungsstörungen der Speiseröhre zu erkennen, die das Operationsverfahren beeinflussen können.

Therapie bei Speiseröhren- und Magenkrebs

Wird der Krebs im Frühstadium erkannt, kann er ggf. noch endoskopisch abgetragen werden, ohne die Durchgängigkeit bzw. Integrität der Speiseröhre bzw. Magen aufheben zu müssen. Beschwerden wie Schluckstörungen oder Schmerzen treten aber meistens erst bei größeren Tumoren auf. Bei Tumoren der unteren Speiseröhre ist dann die operative Entfernung mit größeren Teilbereichen der Speiseröhre und oberem Magenanteil, bei reinen Magenkarzinomen eine 4/5 oder komplette Entfernung des Magens nach wie vor der Therapieansatz der ersten Wahl. V.a. Tumore des Überganges von Speiseröhre zu Magen (Cardiakarzinome) gewinnen aufgrund ihrer zunehmenden Häufung immer mehr an Bedeutung. Dabei spielt die genaue Lokalisation am Übergang für die Wahl des Operationsverfahrens eine wesentliche Rolle (siehe Abb. / AEG:=Adenokarzinom des (O)Esophagogastralen Überganges). Aufgrund der besonderen Lage der Speiseröhre hinter dem Herzen und ihrer Ausdehnung vom Hals bis zum Bauch ist eine bei Speiseröhrenkrebs erforderliche Teil- oder Komplettentfernung ein hochkomplexer Eingriff, der meistens die Eröffnung des Brustkorbes und Bauchraumes in einer Operation erfordert. Deshalb werden diese Eingriffe am Mathias-Spital in Rheine regelmäßig durch ein Team bestehend aus einem speziell ausgebildeten Chirurgen für den Brustkorb (Thoraxchirurg aus dem KH Ibbenbüren) und einem Bauchchirurgen (Viszeralchirurg aus dem Mathias-Spital Rheine) durchgeführt. Diese Kooperation funktioniert dank der ärztlichen Kompetenzbündelung und des standortübergreifenden Dokumentationsnetzwerkes reibungslos, und macht sich durch rasche Erholungszeiten der Patienten und geringe Komplikationsraten bemerkbar. Ggf. wird die Operation mit einer Strahlen- und Chemotherapie kombiniert, um die langfristigen Heilungschancen zu verbessern.

Handelt es sich um einen Tumor der Magenwand (und nicht der Schleimhaut) wie z.B. dem Gastrointestinalen Stromatumor (GIST), reicht häufig eine Keilresektion am Magen zur Entfernung des Tumors aus. Dabei verkleinert sich das Reservoir des Magens nur unwesentlich und die normale Nahrungspassage bleibt bestehen (siehe Abb.). Dieser Eingriff lässt sich meistens in Schlüssellochtechnik durchführen.

Leber-, Pankreas- und Magensprechstunde (chirurgisch)
(Indikationssprechstunde bei Tumoren und Zysten der Leber, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre und des Magens)
Dienstag 14:00 - 15:00 Uhr

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