Schilddrüsenchirurgie

Bei der Behandlung von Erkrankungen der Schild- und Nebenschilddrüse arbeiten wir eng mit unseren Nuklearmedizinern im Hause und dem MVZ-Rheine (Radiologie und Nuklearmedizin) zusammen. Neben präoperativen Untersuchungen der Schilddrüse (Sonographie, Szintigraphie und Punktion) bietet die Nuklearmedizin mit der Radiojodtherapie eine ergänzende Therapie nach operativer Behandlung von Schilddrüsenkrebs an. Alternativ zur Operation kann diese Therapieform auch bei gutartigen Überfunktionen der Schilddrüse zum Einsatz kommen. Dies wird für jeden Patienten individuell geklärt und interdisziplinär besprochen. Somit steht Ihnen im Mathias-Spital ein umfassendes Therapieangebot bei Schilddrüsenerkrankungen zur Verfügung.

Durch die Lage der Schilddrüse im unteren Halsbereich mit enger Lagebeziehung zu den Nebenschilddrüsen (wichtiger Hormonproduzent bei der Regulation des Calciumhaushaltes) und Stimmbandnerven ergeben sich bei jeder Operation Besonderheiten, denen mittels routinemäßigem Einsatz einer Lupenbrille und Verwendung eines Nervendetektors (Neuromonitoring) besonders Rechnung getragen wird.

Die Indikation (Empfehlung) zur Schilddrüsenteil- oder komplettentfernung (Resektion bzw. Ektomie) ist bei folgenden Schilddrüsenveränderungen gegeben:

- Tumorverdacht

- lokale Beschwerden

- außergewöhnliche Organlage

- konservativ nicht ausreichend therapierbare Überfunktion der Schilddrüse

In Abhängigkeit der Schilddrüsenveränderungen wird bei der Schilddrüsenoperation entweder eine lokale Entfernung des erkrankten Areals (Enukleation, Knotenexcision, Isthmusresektion), eine Halbseitenentfernung (Hemithyreoidektomie) oder eine subtotale oder totale Schilddrüsenentfernung (Thyreoidektomie) durchgeführt. Bei Tumorverdacht wird während der Operation ggf. eine histologische Schnellschnittuntersuchung veranlasst, mit der sich innerhalb einer halben Stunde das Ausmaß der Schilddrüsenentfernung festlegen lässt. Den Standardzugang stellt der Kocher'sche Kragenschnitt in unterschiedlicher Länge dar, der am Ende der Operation mittels selbstauflösendem nicht sichtbaren Faden wieder verschlossen wird.

Nach der Operation ist ggf. eine kurzfristige Calciumzufuhr erforderlich. Nach Ausmaß der Schilddrüsenentfernung und des daraus resultierenden Schilddrüsenrestgewebes ist ggf. eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormon erforderlich, das sich allerdings dank der langen Wirkungszeit einfach anwenden bzw. dosieren lässt. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 2-3 Tage.

Erkrankungen der Nebenschilddrüsen

Die häufigste Erkrankung der Nebenschilddrüse stellt die gutartige Überfunktion des Organes (Hyperparathyreoidismus) dar. Dabei kommt es meistens zur Vergrößerung (Hyperplasie oder Adenom) eines, seltener auch von 2 oder allen 4 Nebenschilddrüsen. Durch die Überfunktion der Drüsen mit vermehrter Hormonproduktion (Parathormon) kommt es im Blut zu einer Erhöhung des Calciumspiegels durch Abbau aus den Knochen. Folgen können Knochenschmerzen durch Knochenschwund, Nieren- und Gallensteine sowie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sein. Unspezifische Symptome wie Antriebslosigkeit, Übelkeit, Verstopfung, gesteigerter Durst und vermehrte Harnproduktion sind nicht selten.

Die einzige Behandlungsmöglichkeit stellt die Entfernung der betroffenen Drüsen dar. Lässt sich die erkrankte Nebenschilddrüse vor der Operation eindeutig lokalisieren, sind auch minimal-invasive Eingriffe (MIOP = minimal-invasive offene Parathyreoidektomie) mit Schnittgrößen von weniger als 2cm am Hals möglich.

Schilddrüsensprechstunde (chirurgisch)

Montag 14:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Selbsthilfegruppe

Schilddrüsenkrebs Münster
Treffpunkt: Gesundheitshaus in Münster, Gasselstiege 13, Raum 305

Ansprechpartnerin:
Irmgard Verlage
Tel: 05454 - 906792
Webseite:www.sd-krebs.de/muenster